Schnee und Sturmwinde setzten Verkehr auf Strasse und Schiene zu

Der Schneefall bis in tiefe Lagen hat am Freitagmorgen in der Schweiz zu mehreren Dutzend Unfällen auf den Strassen geführt. Verschiedene Bahnen in den Bergen mussten den Betrieb wegen Sturmwinden unterbrechen oder ganz einstellen.

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Die Region Bern erwachte am Freitagmorgen unter einen dünnen Schneedecke.
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Gutes Schuhwerk war am Freitagmorgen gefragt beim Gang durch den Pflotsch. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Die weisse Pracht verwandelte sich am Freitagmorgen rasch in fast durchsichtigen Schneematsch.
Mitarbeiter vom Tiefbauamt der Stadt Bern unterwegs im Schneematsch am Freitagmorgen.
Der Lenker verunfallte am Freitagmorgen in Küttigkofen SO. Er blieb unverletzt.

Die Region Bern erwachte am Freitagmorgen unter einen dünnen Schneedecke.

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Die Kantonspolizei Bern zählte am Morgen bei winterlichen Verhältnissen rund 40 Verkehrsunfälle. Im Kanton Solothurn gab es laut Polizeiangaben 14 Unfälle, vor allem in der Region Solothurn, im Wasseramt und auf der Autobahn. Die Unfälle seien glimpflich verlaufen. Es habe niemand ins Spital eingeliefert werden müssen, teile die Kantonspolizei Bern mit.

Laut Twitter-Meldung des TCS sorgte ein Unfall auf der A2 von Luzern Richtung Basel auf der Höhe Dagmersellen LU für Verkehrsbehinderungen. Zudem führten Schneefälle an zahlreichen Orten zu Überlastungen im Strassenverkehr.

Im Tessin musste darüber hinaus der Gotthard-Tunnel wegen Gegenständen auf der Fahrbahn in beiden Richtungen vorübergehend gesperrt werden. Der San Bernardino war für den Lastwagenverkehr gesperrt. Die Lastwagen wurden in den Warteräumen angehalten.

Föhnsturm in den Alpen

In den Bergen sorgte ein Föhnsturm mit Windgeschwindigkeiten von teilweise über 130 Kilometern pro Stunde (km/h) für Probleme. Aufgrund der anhaltenden Sturmwinde bleiben die Strecken zwischen Wengen und der Kleinen Scheidegg, zwischen Grindelwald und der Kleinen Scheidegg sowie zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch den ganzen Freitag geschlossen, wie eine Sprecherin der Jungfraubahnen auf Anfrage erklärte.

In einzelnen Regionen sorgen heftige Winde für einen Unterbruch bei weiteren Bergbahnen. Der Betrieb der Luftseilbahn Rotenfluebahn zwischen Rickenbach SZ (Rotenfluebahn) und Rotenflue (Mythenregion) war eingestellt.

Einen Strich durch die Rechnung machten die Sturmwinde den Organisatoren des Nachtskitourenlaufs auf den Flumserbergen SG. Sie haben das Rennen vom Samstag aus Sicherheitsgründen auf den 11. Januar 2020 verschoben, wie sie am Freitag mitteilten.

Böenspitzen von 135 km/h

Am stärksten wehte der Wind in Les Diablerets VD und auf dem Moléson FR, wo jeweils Böen von 135 km/h gemessen wurden, wie einer Aufstellung auf der Webseite von SRF Meteo zu entnehmen war. Auf La Dôle waren es 130 km/h, auf dem Titlis 119 km/h, auf dem Säntis 118 km/h.

Auch in den Voralpen und im Flachland windete es teilweise kräftig. In Plaffeien FR und Vicques JU wurden Böen von 100 km/h registriert, über 90 km/h waren es in Bière VD, Altdorf UR, Elm GR und Courtelary BE.

Probleme auch auf der Schiene

Heftiger Schneefall führte auch im Schienenverkehr zu Problemen. So war auf der Strecke Montreux Richtung Rochers-de-Naye der Bahnverkehr zwischen Haut-de-Caux und Rochers-de-Naye unterbrochen. Das galt auch für die Bahnstrecke zwischen Tavannes und Le Noirmont im Jura, wie die SBB mitteilen. Zu Beeinträchtigungen kam es zwischen Deitingen und Luterbach-Attisholz auf der Strecke Olten - Solothurn wegen eines Polizeieinsatzes.

Im Lauf des Tages beruhigte sich die Lage und der Schnee schmolz im Flachland rasch. Insbesondere der Wind bleibt indes ein Thema. Für Samstag kündigten die Wetterdienste noch stärkere Windspitzen als am Freitag an. Lokal seien in den Bergen 180 km/h möglich. Die Temperaturen steigen bei wechselhaftem Wetter stark an und erreichen ab Sonntag tagsüber zweistellige Werte.