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SBB beauftragt Deutsche Bahn mit Modernisierung des Unfallwagentyps

Die SBB hat die Deutsche Bahn mit der Modernisierung des Wagentyps EW IV beauftragt. Diese Arbeiten haben nach Angaben der SBB keinen Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall von Anfang August in Baden AG.
Soll SBB-Wagen sicherer machen: die Deutsche Bahn (DB). (Bild: KEYSTONE/EPA/MARTIN GERTEN)

Soll SBB-Wagen sicherer machen: die Deutsche Bahn (DB). (Bild: KEYSTONE/EPA/MARTIN GERTEN)

(sda)

Die SBB führen seit 2017 Modernisierungsarbeiten am Wagentyp EW IV durch, wie sie am Montag mitteilten. Insgesamt werden 203 der 496 Einheiten für 90 Millionen Franken komplett überholt. Die Arbeiten an 93 Wagen haben die SBB nun an die Deutsche Bahn vergeben.

15 weitere Wagen werden bei der Josef Meyer Rail AG in Rheinfelden saniert. Die externen Vergaben seien nötig, weil die SBB-eigenen Werke und Anlagen wegen vieler gleichzeitig laufender Modernisierungen von Fahrzeugen stark ausgelastet seien, hiess es in der Mitteilung.

Im Zeitraum von 2014 bis 2024 investieren die SBB rund 1,5 Milliarden Franken in die Modernisierung ihrer Flotte. Die Arbeiten würden zu 97 Prozent durch SBB-eigene Werkstätten und in der Schweiz ausgeführt, hielten die SBB im Communiqué fest.

Sonderkontrollen nach Unfall

Unabhängig von diesen Arbeiten führen die SBB in Verbindung mit dem tödlichen Unfall in Baden AG Sonderkontrollen an den 496 Wagen des Typs EW IV durch. Vor gut zwei Wochen war ein Zugbegleiter am Bahnhof Baden AG wegen eines defekten Einklemmschutzes an diesem Wagentyp mitgeschleift worden und ums Leben gekommen.

Die Sonderkontrollen werden laut SBB voraussichtlich sechs bis sieben Wochen dauern. Pro Tag würden 10 bis 15 Wagen kontrolliert. Im Gegensatz zur alle sieben bis zehn Tage stattfindenden einfachen Grundkontrolle werden nun sämtliche Sicherheitselemente der Einstiegstüren kontrolliert.

Vergangene Woche waren nach Kontrollen am EW IV Defekte und versteckte Mängel an fünf Türen gefunden worden: Der Einklemmschutz funktionierte nicht. Die Defekte sind brisant, weil nach ersten Erkenntnissen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) auch beim Unfallwagen der Einklemmschutz nicht funktionsfähig war.

Meyers Kritik an Gewerkschaften

Am Montag musste SBB-Chef Andreas Meyer der Verkehrskommission des Ständerates Red und Antwort stehen zum Unfall und zu dessen Aufarbeitung. Er habe den Ratsmitgliedern aufgezeigt, wie die Türen, das Schliesssystem und der Abfahr-Prozess beim EW IV überprüft würden, sagte Meyer in einem Interview mit SRF.

«Das ist eine Riesen-Arbeit, die geht nicht von heute auf morgen», erklärte Meyer. Auch das Meldewesen werde überprüft, sagte er auf die Frage, ob es «allenfalls irgendwelche Hinweise gab, denen man nicht konsequent genug nachgegangen» sei.

Meyer kritisierte im Interview die Gewerkschaften. Es habe ihn persönlich gestört, dass man den tragischen Unfall in Baden zum Anlass für gewerkschaftliche Forderungen genommen habe. «Das hielt ich für deplatziert. Aber ich denke, es ist auch dem Schock zuzuschreiben, unter dem alle ein bisschen standen.»

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