Vorsorge

Rekordhohe Bilanzsumme der Pensionskasse - Gesunkene Unterdeckung

Die Pensionskassen schauen auf ein gelungenes Jahr 2019 zurück: Die Bilanzsumme aller Kassen stieg erstmals über eine Billion Franken. Die Werteschwankungsreserven nahmen um fast 43 Milliarden Franken zu, und die Unterdeckung sank um 2,6 Milliarden.

Drucken
Teilen
Die Pensionskassen hatten 2019 ein gutes Jahr. Erstmals stieg die Bilanzsumme aller Kassen zusammengenommen auf über eine Billion Franken. Zum Teil ist das allerdings einem Systemwechsel geschuldet.

Die Pensionskassen hatten 2019 ein gutes Jahr. Erstmals stieg die Bilanzsumme aller Kassen zusammengenommen auf über eine Billion Franken. Zum Teil ist das allerdings einem Systemwechsel geschuldet.

Keystone/OLIVIER MAIRE
(sda)

Die im Vorjahr aufgelösten Wertschwankungsreserven in Höhe von damals 34 Milliarden Franken konnten demnach wieder aufgefüllt werden und betragen nun 93,5 Milliarden Franken. Diese Reserven dienen dazu, die Schwankungen auf den Kapitalmärkten auszugleichen. In Jahren mit gut laufenden Finanzmärkten können also Polster für schlechtere Jahre aufgebaut werden.

Alle Pensionskassen gemeinsam erwirtschafteten ein Nettoergebnis aus Vermögensanlagen von 95,5 Milliarden Franken. Die Vorsorgekapitalien der aktiven Versicherten und der Rentenbeziehenden wuchsen um 68 Milliarden Franken an. Dies geht aus den am Dienstag publizierten definitiven Ergebnissen der Pensionskassenstatistik 2019 des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.

Nicht ganz so rosig, wie's ausschaut

Die Zunahme der Vorsorgekapitalien der aktiven Versicherten und der neuen Rentenbeziehenden sowie die technischen Rückstellungen ist allerdings zum Teil einem Systemwechsel zu verdanken: 2019 haben einige Vorsorgeeinrichtungen ihre aktiven Versicherten und Rentenbezügern aus der kollektiven Rückversicherung in eine teilautonome Lösung überführt.

Dies hat die Passiven aus Versicherungsverträgen um 14,1 Prozent vermindert. Die Vorsorgekapitalien der aktiven Versicherten und der neuen Rentenbeziehenden sowie die technischen Rückstellungen nahmen dementsprechend in der Bilanz der Pensionskassen zu.

Unterdeckung gesunken - aber nur leicht

Die Unterdeckung sank 2019 von 38,63 auf 36 Milliarden Franken, was einem Minus von 6,8 Prozent entspricht. Eine Pensionskasse befindet sich in Unterdeckung, wenn ihr Vorsorgevermögen nicht ausreicht, um ihre Verpflichtungen zu decken. Der grösste Teil der Deckungslücken wird gemäss BFS von Staatsgarantien getragen.

Die Pensionskassenstatistik zählte im letzten Jahr 4,3 Millionen aktive Versicherte, also 2,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Männer waren mit 2,4 Millionen in der Überzahl.

318'542 Bezügerinnen und 501'345 Bezüger von Altersrenten erhielten durchschnittlich 28'973 Franken pro Jahr ausbezahlt. 17'233 Frauen und 28'193 Männer verlangten total 8,9 Milliarden Franken als Kapital- oder Teilkapitalauszahlung bei Pensionierung, was eine Zunahme von 11,1 Prozent bedeutet. Der Durchschnittswert des Kapitalbezugs belief sich auf 195'507 Franken, das sind 5756 Franken oder drei Prozent mehr als im 2018.