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Postfinance könnte Kunden wegen Stellenabbau an Call-Center verweisen

Niedrigzinsen und gesetzliche Regulierung haben das Geschäftsmodell der Postfinance laut Unternehmenschef Köng in die Krise gestürzt. Damit begründet er den Abbau von 500 Stellen. Künftig könnten Kunden keinen Berater mehr haben, sondern ein Call-Center anrufen.
"Die Regulierung ist für die Postfinance eine Giftpille", sagte Hansruedi Köng, CEO von Postfinance. Am Donnerstag gab er Auskunft über die geplanten Entlassungen bei der Postfinance. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

"Die Regulierung ist für die Postfinance eine Giftpille", sagte Hansruedi Köng, CEO von Postfinance. Am Donnerstag gab er Auskunft über die geplanten Entlassungen bei der Postfinance. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Seit 2012 sei der Zinsertrag drastisch erodiert und um 0,5 Milliarden Franken gesunken, sagte Postfinance-Chef Hansruedi Köng am Donnerstag an einem Mediengespräch in Bern. Das sei einer der Gründe, weshalb es zum geplanten Abbau von 500 Stellen bis 2020 kommt. Diesen hatte das Unternehmen am Dienstag angekündigt.

Neben den Niedrigzinsen macht der Post-Tochter die Gesetzeslage zu schaffen. "Die Regulierung ist eine Giftpille", sagte Köng. Der Bund als Besitzer mache ihnen das Leben schwer. Die Regulierung sei komplex, teuer und drücke auf das Ergebnis. Von Gesetzes wegen darf die Post-Tochter selbst keine Kredite vergeben.

Diese beiden Faktoren stosse die Postfinance weg von ihren traditionellen Geschäftsmodell, welches gemäss Köng "in der Krise steckt". Das Unternehmen wird nun umstrukturiert und sich digital transformieren.

Kunden rufen Call-Center an

Betroffen sein werden zunächst vor allem Beraterinnen und Berater. Der Konsultationsplan, der wegen des Stellenabbaus nötig wird, sieht vor, dass diese künftig kein Portfolio mit eigenen Kunden mehr haben. Vielmehr will Postfinance eine "Kampagnensicht" einführen. Das heisst: Die Kunden haben bei Fragen nicht ihren persönlichen Berater, sondern rufen ein Call-Center an. Ein Berater wiederum nimmt Kontakt mit unterschiedlichen Kunden für spezielle Angelegenheiten auf.

Die Umstrukturierung sieht zudem eine Automatisierung und Digitalisierung vor. So sollen repetitive Prozesse automatisiert werden und andere Prozesse ausgelagert werden. So werden Konten künftig digital eröffnet. Für diese Aufgabe hat Postfinance bereits im Jahr 2016 mit Axon Ivy das Joint-Venture Finform gegründet.

Postfinance-Chef Köng erläuterte im Video-Interview mit Keystone_sda, dass auch neue Geschäftsfelder eröffnet und dort Stellen geschaffen werden. Diese Geschäftsfelder sollen die wegfallenden Erträge aus dem Zinsgeschäft auffangen. Eine neue Einnahmequelle will Postfinance zudem über die Einführung von Gebühren erschliessen.

Postfinance als "Digital Powerhouse"

Weg vom alten Geschäftsmodell, hin zu einem digitalisierten neuen Weg, lautet das Credo. "Die Postfinance ist noch viel zu analog aufgestellt", gibt Köng zu. Das definierte Ziel der Post-Tochter ist nichts weniger als "die führende digitale Bank in der Schweiz und unter den Top 10 der digitalen Banken in Europa" zu sein. Das sei ambitiös, sagt Köng. Doch dass Unternehmen müsse sich aber nun transformieren, um überlebensfähig zu sein. Es müsse ein "Digital Powerhouse" werden.

Für die Gewerkschaft Syndicom kommen diese Massnahmen zu spät, wie sie bereits am Dienstag mitteilte. Die Postfinance-Geschäftsleitung habe es verpasst, die digitale Transformation des Unternehmens frühzeitig anzugehen. Die Leidtragenden seien nun die Mitarbeitenden.

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