Polizei weist Rechtsextreme an Antirassismus-Demo in Schwyz weg

Nach dem Auftritt einer Gruppe in Kutten des Ku-Klux-Klan an der Fasnacht haben am Samstag in Schwyz mehrere hundert Personen an einer Kundgebung gegen Rassismus teilgenommen. Die Polizei wies rund ein Dutzend Rechtsextreme weg.

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Nach dem Ku-Klux-Klan-Fasnachtsauftritt: Am Samstag demonstrierten in Schwyz mehrere hundert Personen gegen Rassismus. Die Polizei wies Rechtsextreme weg. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Nach dem Ku-Klux-Klan-Fasnachtsauftritt: Am Samstag demonstrierten in Schwyz mehrere hundert Personen gegen Rassismus. Die Polizei wies Rechtsextreme weg. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

(sda)

Gegen 400 Personen hätten am Anlass am Samstagnachmittag teilgenommen, sagte Deborah Schweizer im Anschluss auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Schweizer ist Medienverantwortliche des Bündnisses Buntes Schwyz, das die Demo organisiert hat. Die Route führte von Seewen nach Schwyz, wo auf den Hauptplatz ein kleines Fest mit Musik und Reden über die Bühne ging. Die Kundgebung war bewilligt.

Die Kantonspolizei Schwyz schrieb in einem Communiqué, die Kundgebung sei mehrheitlich ruhig verlaufen. Am Rande sei es zu «einer kleineren Auseinandersetzung zwischen links- und rechtsextremen Personen» gekommen, die durch die Polizei rasch habe beendet werden können. Ein gutes Dutzend Personen, die der rechtsextremen Szene zugeordnet werden, seien aus dem Raum Schwyz weggewiesen worden. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl an der Kundgebung auf rund 300.

Das Anliegen der Organisatoren ist es, Schwyz nicht nur als Hochburg rechtsorientierter Bürger in der Schweiz bekannt zu wissen. Schwyz sei auch ein Kanton mit vielen bunten, toleranten Menschen, schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung.

Teilnahme gestanden

In der Nacht vom Fasnachtsmontag auf den Dienstag war eine Gruppe in weissen Kutten als Ku-Klux-Klan durch Schwyz gezogen. Die Polizei ermittelte alle beteiligten Personen. Die zwölf 18- bis 30-jährigen Schweizer sind alle im Bezirk Schwyz wohnhaft. Alle gaben die Teilnahme am Auftritt zu.

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Seit den 1990er-Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Die «Europäischen weissen Ritter vom brennenden Kreuz» (European White Knights of the Burning Cross) gelten als Ableger.