Peter Spuhlers Stadler Rail spürt das Coronavirus noch kaum

Der Thurgauer Bahnbauer Stadler Rail ist noch kaum von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Allerdings sei es durchaus möglich, dass bald erste Probleme auftauchten.

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Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler verfolgt die Bilanzmedienkonferenz der Stadler Rail in Bussnang.

Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler verfolgt die Bilanzmedienkonferenz der Stadler Rail in Bussnang.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda/awp)

Das sagte Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler am Donnerstag am Rande der Bilanzmedienkonferenz seines Unternehmens zu AWP Video. «Ein gewisser Einbruch bei Unterlieferanten wäre möglich», so der ehemalige Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei (SVP).

Diese könnten etwa Komponenten aus China nicht fristgemäss bekommen. «Bis jetzt haben wir hiervon zwar noch keine grossen Anzeichen zu spüren bekommen», sagte Spuhler. Das könne sich jedoch auch schlagartig ändern. «Wir warten jetzt ab, haben aber entsprechende Dispositive aufgebaut», so Spuhler.

Der Stadler-Firmenpatron äusserte sich in dem Interview auch zu den aktuellen Geschäftszahlen seines Unternehmens. Mit dem Geschäftsjahr 2019 seines Konzerns zeigte er sich zufrieden. «Ich gratuliere dem Management zum Erreichten», sagte er. Insgesamt habe sein Unternehmen in dem Jahr 444 Lokomotiven und Züge ausgeliefert - 80 Prozent mehr als 2018.

Probleme in Grossbritannien

Allerdings, so räumte Spuhler ein, habe dieses schnelle Wachstum auch zu gewissen negativen Nebenwirkungen geführt. Speziell erwähnte er einen Auftrag aus Grossbritannien, das Projekt East Anglia. Stadler liefert dem britischen Bahnunternehmen insgesamt 58 Züge des Typs «Flirt», wobei es bekanntlich zu Verzögerungen kam.

«Wir hatten grosse Probleme mit einem Unterlieferanten, der von der Performance her einfach nicht das gebracht hat, was wir uns erhofft hatten», führte der Stadler-Verwaltungsratspräsident aus. Das könne aber - wie in jedem Geschäft - «zwischendurch einmal passieren».

Der bevorstehende Kauf der Bahnsparte der kanadischen Bombardier durch Konkurrentin Alstom aus Frankreich bereitet ihm hingegen keine schlaflosen Nächte. «Wir sind in einem Projekt-, nicht in einem Produktgeschäft», so Spuhler.

Daher unterscheide sich sein Geschäft fundamental von der Flugzeug- oder Automobilindustrie. «Aus diesem Grund ist Grösse per se kein Vorteil», führte er aus. Und die geplante Übernahme sei für ihn kein Grund zur Sorge.