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Parlamentsmitglieder äussern sich in Fremdsprachen

Am Donnerstag haben die Bundesangestellten erstmals den «Tag der Mehrsprachigkeit» begangen. Der vom Verein Helvetia Latina lancierte Anlass soll Austausch und Verständnis zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften fördern. Auch das Parlament macht mit.
Am «Tag der Mehrsprachigkeit» üben sich Parlamentarier und Bundesangestellte in einer anderen Sprache. (Bild: Archivbild)

Am «Tag der Mehrsprachigkeit» üben sich Parlamentarier und Bundesangestellte in einer anderen Sprache. (Bild: Archivbild)

(sda)

Viele Mitglieder von National- und Ständerat äusserten zumindest ein paar Sätze in einer anderen Landessprache. Auch Rätoromanisch war zu hören, etwa vom französischsprachigen Walliser CVP-Nationalrat Benjamin Roduit (VS). SP-Ständerat Christian Levrat (FR) stellte fest, er spreche in zwei Fällen Deutsch: «Wenn ich wütend bin und wenn es wichtig ist.»

Nationalratspräsidentin Marina Carobbio (SP/TI) sagte, sie begrüsse diesen Tag und freue sich, vermehrt die Minderheitensprachen zu hören. Es sei nicht immer einfach, seine Ideen und Überzeugungen in einer fremden Sprache auszudrücken.

«Eine Art, die Welt zu sehen»

Carobbio rief dazu auf, allen besonders aufmerksam zuzuhören, die einen Effort leisteten, sich in einer anderen als ihrer Muttersprache auszudrücken. Die Räte und die Bundesverwaltung seien Vorzeigebeispiele, wenn es darum gehe, Sprachgrenzen zu überwinden und Brücken zu schlagen. Das sei wichtig, denn: «Jede Sprache ist eine Art, die Welt zu sehen.»

Carobbio äusserte sich in Italienisch, Französisch und Deutsch. Viele andere Rednerinnen und Redner wechselten dagegen nach ein paar Worten wieder zu ihrer Muttersprache. Das Geschäft - eine gesundheitspolitische Vorlage - sei auch so schon kompliziert, stellte Philippe Nantermod (FDP/VS) fest.

Verständnis entwickeln

Am «Tag der Mehrsprachigkeit» sollen Mitarbeitende von Bundesverwaltung und Parlament mehr Verständnis für Angehörige anderer Sprachregionen entwickeln: Dies ist das erklärte Ziel des ersten «Tag der Mehrsprachigkeit», wie Helvetia Latina in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung schreibt.

Das «Gewicht der Sprachen» werde für einen Tag umgekehrt, wie der Verein weiter schreibt. Die deutsche Sprache solle zur Sprache der Minderheit werden, während sich die lateinischen Landessprachen in die Sprachen der Mehrheit verwandelten.

Konkret wurden die Mitarbeitenden des Bundes aufgefordert, sich mindestens mündlich an diesem Tag in einer anderen Landessprache auszudrücken. Eine Ausnahme solle für die italienisch- und romanischsprachigen Mitarbeitenden gelten: Sie sind aufgefordert, ausnahmsweise ihre Muttersprache zu verwenden.

Von Sprachtandem bis Kinoabend

Um der gelebten Mehrsprachigkeit Vorschub zu leisten, hat Helvetia Latina auf seiner Homepage einige Vorschläge für Aktivitäten im Rahmen dieses Tages publiziert. Unter anderem schlägt der Verein für die Mittagspause sogenannte Sprachtandems vor.

Auf Tafeln und Schildern könnten Mitarbeitende mittels Post-its die entsprechenden Begriffe in den anderen Amtssprachen ergänzen. Ausserdem sollen am Abend vier Schweizer Filme in den vier Landessprachen gezeigt werden.

Laurent Wehrli, Präsident von Helvetia Latina, zeigte sich zufrieden mit dem ersten «Tag der Mehrsprachigkeit»: «Viele Parlamentarier haben sich in einer anderen Sprache geübt. Das war genau, was wir erreichen wollten.» Ziel des Tages sei es gewesen, einen Impuls zu geben.

Der erste «Tag der Mehrsprachigkeit» falle auf den 26. September, da dieses Datum in vielen Schweizer Kantonen für den «Tag der Zweisprachigkeit» stehe, hielt Helvetia Latina fest. Ausserdem habe der Europarat vor 18 Jahren den 26. September zum «Europäischen Tag der Sprachen» erklärt.

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