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Oberster Polizeidirektor will 2000 Polizisten mehr für die Schweiz

Der oberste Schweizer Polizeidirektor Pierre Maudet fordert in einem Zeitungsinterview gegen 2000 zusätzliche Polizisten und die Schaffung einer nationalen Polizei-Reserve. Cyberkriminalität und Grossanlässe wie das WEF würden dies nötig machen.
Hält Cyberangriffe für die grösste Gefahr in der Schweiz: Pierre Maudet, Präsident der kantonalen Polizeidirektoren. (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Hält Cyberangriffe für die grösste Gefahr in der Schweiz: Pierre Maudet, Präsident der kantonalen Polizeidirektoren. (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

(sda)

Der oberste Schweizer Polizeidirektor Pierre Maudet fordert in einem Zeitungsinterview gegen 2000 zusätzliche Polizisten und die Schaffung einer nationalen Polizei-Reserve. Cyberkriminalität und Grossanlässe wie das WEF würden dies nötig machen.

Die Schweiz verfüge im europäischen Vergleich über weniger Polizisten, sagte der Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) der "NZZ am Sonntag". Im Schnitt komme in Europa ein Polizist auf 277 Einwohner, in der Schweiz betrage das Verhältnis 1 zu 455. Man brauche hierzulande 10 bis 15 Prozent mehr Polizisten, also rund 2000 Leute zusätzlich, die je nach Bedarf eingesetzt werden könnten.

Maudet erklärte, dass die Kantone heute selbst bei einem planbaren Grossereignis am Limit seien. Mit einer nationalen Polizei-Reserve könnten zusätzliche Kräfte im Notfall aktiviert werden.

Maudet: Geld vorhanden

Das Geld für mehr Polizisten sei vorhanden, sagte Maudet weiter. Die Wirtschaft boome, die Steuereinnahmen würden steigen. Der Bund habe letztes Jahr einen Überschuss von neun Milliarden Franken erzielt. Ein Teil dieses Geldes könne in die Sicherheit investiert werden. Zudem würde die öffentliche Hand jährlich mehrere Millionen Franken einsparen, wenn die Telekommanbieter das Abhören von Telefongesprächen nicht mehr in Rechnung stellen würden.

Als grösste Bedrohung für das Land sieht Maudet Cyberangriffe, Terrorismus und organisiertes Verbrechen. Bei der Cyberkriminalität müsse die Schweiz aufrüsten. Zusätzliche Polizisten könnten dafür sorgen, dass präventiv vorgegangen würde, und dass öfter Anzeige erstattet würde. Als Wirtschaftsminister des Kantons Genf sehe er, welche Probleme mit der steigenden Internetkriminalität einhergingen. Dazu zählten etwa Erpressungen.

Der Genfer FDP-Staatsrat Pierre Maudet hat seit April den KKJPD-Vorsitz inne. Der 40-jährige Jurist ist seit 2012 kantonaler Justiz- und Polizeidirektor, seit 2013 führt er auch das Volkswirtschaftsdepartement in seinem Kanton.

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