Neuer Rekord bei Lebensmittelhilfe in Genf

Die Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneprodukten, die in Genf seit mehreren Wochen am Samstag organisiert wird, ist immer mehr gefragt. Ein Rekord von mehr als 3280 Paketen wurden dieses Woche abgegeben, das sind mehrere hundert mehr als noch vor einer Woche.

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Mehr als 3280 Menschen haben sich am Samstag in Genf in Warteschlangen gestellt, um Lebensmittelhilfe zu erhalten.

Mehr als 3280 Menschen haben sich am Samstag in Genf in Warteschlangen gestellt, um Lebensmittelhilfe zu erhalten.

KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
(sda)

Die schrittweise Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten hat die sozialen Konsequenzen (des Lockdowns) nicht auffangen können», teilte die Stadt Genf mit, die nun diese Unterstützung leitet, die vor sechs Wochen von dem Genfer Hilfswerk «Caravane de la Solidarité» lanciert wurde.

Die Zahl der Spender ist stabil geblieben. Neben den Paketen erhielten die Menschen auch Informationen, wie sie Sozialhilfe, eine finanzielle Unterstützung und medizinische Versorgung erhalten können. Zu den Sorgen der Menschen, die sich in die Warteschlangen stellten, zählen an erster Stelle Rückstände beim Zahlen der Miete und anderer Rechnungen.

Unter den Betroffenen sind Menschen, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen befinden, ohne Aufenthaltsbewilligung, aber auch solche mit Aufenthaltsbewilligung. Sie erhalten Gesundheitsinformationen der Organisation Ärzte ohne Grenzen und vom Genfer Universitätsspital HUG.

Für dezentrale Nothilfe

Für Stadträtin Esther Alder (Grüne), die noch an diesem Wochenende für das städtische Sozialamt zuständig ist, bevor am Montag die neue Exekutive übernimmt, müssen künftig Hilfsgüter dezentralisiert in den Gemeinden verteilt werden.

Diese Nothilfe wirft auch Fragen zur bestehenden Sozialhilfe auf sowie zum Zugang dazu für bestimmter Bevölkerungsgruppen, heisst es bei der Stadt. Die Gesuche der Arbeitenden ohne legalen Status werden vom Kanton geprüft werden.

Alder hat das Kantonsparlament aufgefordert, den Staatsrat und Vorsteher des Sozialdepartements Thierry Apothéloz bei der Schaffung eines Notfonds in Höhe von 15 Millionen Franken zu unterstützen. Die Nothilfe gibt es nun auch in einigen Städten des Kantons Waadt.