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Neuenburg verbietet als erste Schweizer Stadt Trinkhalme aus Plastik

Neuenburg verbietet als erste Schweizer Stadt Trinkhalme aus Plastik. Die Restaurants werden Sirups, Frappés und Cocktails künftig mit abwaschbaren oder kompostierbaren Röhrchen aus Stahl, Bambus oder Papier servieren.
Restaurants in der Stadt Neuenburg werden künftig Sirups und Frappés mit Röhrchen aus Stahl, Bambus oder Papier servieren. Umweltbelastende Wegwerf-Trinkhalme aus Plastik werden der Vergangenheit angehören. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

Restaurants in der Stadt Neuenburg werden künftig Sirups und Frappés mit Röhrchen aus Stahl, Bambus oder Papier servieren. Umweltbelastende Wegwerf-Trinkhalme aus Plastik werden der Vergangenheit angehören. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

(sda)

"Neuenburg ist stolz darauf, die erste Stadt in der Schweiz zu sein, welche Schritte unternimmt, Plastik-Trinkhalme in den öffentlichen Lokalen zu verbieten", sagte die Neuenburger Gemeinderätin Violaine Blétry-de Montmollin am Freitag an einer Medienkonferenz. Das Verbot sollte ab Anfang Januar 2019 in Kraft treten.

Um die Restaurants und Bistros auf den Übergang vorzubereiten, hat die Stadt eine Ansporn- und Sensibilisierungskampagne lanciert: Die öffentlichen Lokale können gratis ein Set von 400 kompostierbaren Trinkhalmen bestellen. Zudem erhalten sie Plakate und Aufkleber, um die Kunden zu informieren und zu sensibilisieren.

Positives Echo

GastroNeuchâtel unterstützt die Initiative. Und auch bei den Restaurantbesitzern sei das Vorhaben gut aufgenommen worden, sagte Blétry-de Montmollin.

Lanciert worden war das Projekt im April von der Vereinigung "En Vert et contre tout" für die ganze Romandie. Seither hätten sich rund 15 Neuenburger Lokale entschieden, bei der Initiative mitzumachen, sagte Blétry-de Montmollin. Dieses positive Echo habe die Stadtregierung schliesslich überzeugt, den Schritt zu machen und die Plastik-Trinkhalme in allen öffentlichen Lokalen zu verbieten.

Symbol der Wegwerfgesellschaft

"Der Trinkhalm ist das Symbol unserer Wegwerfgesellschaft", sagte Leïla Rölli, Gründerin der Vereinigung "En Vert et contre tout". Die Umstellung sei einfach, ökonomisch und ermögliche es allen, im Alltag eine kleine Geste zu Gunsten der Umwelt zu machen.

Um den Kindern und Liebhabern von Frappés, Mojitos und anderen Cocktails nicht den Spass zu verderben, schlägt Rölli Alternativen vor: So gibt es etwa essbare Trinkhalme auf der Basis von Algen mit verschiedenen Geschmacksaromen. Abwaschbare Trinkhalme werden aus Glas, rostfreiem Stahl, Bambus oder Hartplastik hergestellt. Die kompostierbaren Varianten sind aus Papier.

Kein Plastik mehr im Königreich

In den Augen der Umweltschutzorganisationen sind weggeworfene Trinkhalme aus Plastik eine Plage für den Planeten. Sie gehörten zu den häufigsten Abfällen, die am Boden und im Wasser gefunden würden. Gemäss Zahlen des Magazins "National Geographic" verbrauchen die Amerikaner tagtäglich 500 Millionen Trinkhalme.

Seit einigen Jahren verzichten aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins aber immer mehr Staaten und Städte auf Wegwerf-Geschirr aus Plastik.

So hat etwa Königin Elisabeth II. dem Plastik den Krieg erklärt und das Material aus allen Domänen der königlichen Anwesen verbannt, Trinkhalme inklusive. In Toronto und Vancouver in Kanada verzichten ebenfalls immer mehr Restaurants und Kantinen auf Wegwerf-Trinkhalme.

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