Naturlehrpfade durch Tessiner Deltagebiet «Bolle di Magadino»

Sie beherbergt eine Pflanzen- und Tierwelt, die einzigartig ist in der Schweiz: die Auenlandschaft «Bolle die Magadino» zwischen den Flüssen Ticino und Verzasca am Lago Maggiore. Jetzt ermöglichen Naturlehrpfade eine Besichtigung des Deltagebiets.

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Das Deltagebiet «Bolle di Magadino» zwischen Wasser und Land.
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Die Auenlandschaft «Bolle di Magadino», mit Blick Richtung Lago Maggiore.
Eine beringte Mönchsgrasmücke im Naturschutzgebiet «Bolle di Magadino».
Die «Bolle di Magadino» im Mündungsgebiet des Ticino.

Das Deltagebiet «Bolle di Magadino» zwischen Wasser und Land.

KEYSTONE/KARL MATHIS
(sda/ots)

Anlass für die neu errichteten Naturlehrpfade ist das 40-Jahre-Jubiläum des Schweizerischen Verbands der Umweltfachleute SVU. Dieser verzichtet auf ein grosses Fest und hilft dafür mit, in den «Bolle di Magadino» eine Passerelle zu finanzieren, wie der Verband in einer am Dienstag auf dem Presseportal veröffentlichten Meldung festhält.

Besucherinnen und Besucher erreichen die Naturlehrpfade über drei Zugänge, und zwar ab Magadino sowie ab Tenero-Gordola. Informationstafeln auf deutsch und italienisch klären über die reiche Pflanzen- und Tierwelt im Naturschutzgebiet auf.

Einzigartig in Europa

Die «Bolle di Magadino» gelten nicht nur in der Schweiz, sondern auch europaweit als einzigartig, denn sie gehören zu den wenigen Mündungsgebieten eines Flusses am südlichen Alpenrand, die erhalten geblieben sind.

Entstanden ist die Tessiner Auenlandschaft aus einem einst riesigen Überschwemmungsgebiet, das sich von den Talgründen des Lago Maggiore bis zum Misox, dem Bleniotal und der Leventina erstreckte. Durch die Eindämmung des Flusses Ticino und der darauf folgenden Meliorationsarbeiten wurde der grösste Teil der Überschwemmungs- und Sumpfgebiete ausgetrocknet und in landwirtschaftliches Kulturland verwandelt.

Zugvögel machen hier Halt

Als Überbleibsel dieses Sumpfgebietes beherbergen die «Bolle di Magadino» bis heute eine äusserst reiche Fauna und Flora. Unter anderem zählt die Auenlandschaft 90 Algenarten, 387 Pilzarten und 250 Vogelarten.

Letztere werden seit 1994 systematisch überwacht. Gemäss Informationen auf der Homepage der «Bolle di Magadino» sind für die Wissenschaft insbesondere die zahlreichen Zugvögel interessant, welche auf ihrer Reise nach Afrika im Naturschutzgebiet Halt machen. Die Vogelwarte des Naturschutzgebiets ist Teil des von der Universität Oldenburg koordinierten und von der Europäischen Wissenschaftsstiftung unterstützten «European-African Songbird Migration Network».