Modell hilft, Lebensanzeichen im All zu interpretieren

Mit einem statistischen Modell eines Forscherteams der ETH Lausanne (EPFL) und der Universität Rom lässt sich die Wahrscheinlichkeit für Leben in der Milchstrasse berechnen. Es beruht darauf, ob künftig Biosignaturen auf entfernten Planeten entdeckt werden.

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Wissenschaftler der EPFL und der Universität Rom entwickelten ein Modell, das die Wahrscheinlichkeit von Leben auf anderen Planeten berechnet.

Wissenschaftler der EPFL und der Universität Rom entwickelten ein Modell, das die Wahrscheinlichkeit von Leben auf anderen Planeten berechnet.

KEYSTONE/EPA/NASA/HUBBLE HERITAGE TEAM HO
(sda)

Mehr als 4000 Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems sind mittlerweile entdeckt worden. Doch existiert auf diesen Himmelskörpern auch Leben? Um diese Frage zu beantworten, analysieren Astronomen das Licht, das von der Atmosphäre eines Exoplaneten gestrahlt wird. Findet man dereinst so beispielsweise Methan oder Sauerstoff, deutet das auf die Existenz von Leben hin.

Das Modell der Wissenschaftler von EPFL und Universität Rom basiert darauf, wie viele solcher Lebensanzeichen - sogenannte Biosignaturen - entdeckt werden: eine, mehrere oder gar keine. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin «PNAS».

Eine Biosignatur weist auf 100'000 bewohnbare Planeten hin

In das Modell fliessen unter anderem die geschätzte Anzahl sonnenähnlicher Sterne in der Milchstrasse ein. Auch berücksichtigten die Forschenden, wie viele Gesteinsplaneten in einer bewohnbaren Zone um ihre Sterne kreisen könnten.

Demnach beträgt gemäss der EPFL-Mitteilung von Dienstag die Wahrscheinlichkeit mehr als 95 Prozent, dass über 100'000 bewohnbare Planeten in unserer Galaxie vorkommen - falls künftig eine einzige Biosignatur entdeckt wird. Ebenfalls berichten die Forschenden, dass Leben auch dann existieren könnte, wenn keine Biosignaturen detektiert werden. Es würde sich dabei um andere Lebensformen als solche auf der Erde handeln.