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Migros Aare bricht Umbauprojekt der Berner Markthalle ab

Doch kein Revival für die Berner Markthalle: Migros Aare bricht ihr Umbauprojekt in der Nähe des Bahnhofes Bern wegen unüberbrückbarer Differenzen bei der Übernahme des Mietvertrags von MediaMarkt ab.
Die Markthalle in Bern erlebt kein Revival: Die Migros Aare hat ihr Umbauprojekt abgebrochen. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Die Markthalle in Bern erlebt kein Revival: Die Migros Aare hat ihr Umbauprojekt abgebrochen. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Doch kein Revival für die Berner Markthalle: Migros Aare bricht ihr Umbauprojekt in der Nähe des Bahnhofes Bern wegen unüberbrückbarer Differenzen bei der Übernahme des Mietvertrags von MediaMarkt ab.

MediaMarkt Schweiz wies die Schuld am Scheitern der Verhandlungen in einer Mitteilung zurück. Vielmehr sei die Migros mit der Übernahme der Markthalle in Verzug. MediaMarkt habe deshalb eine Nachverhandlung über die Entschädigungszahlung für die Übernahme der Markthalle verlangt.

Die Elektronik-Kette hatte sich nach eigenen Angaben bereit erklärt, der Migros für die Übernahme eine Zahlung im hohen einstelligen Millionenbereich zu leisten. Ein substanzieller Teil davon sei bereits bezahlt. MediaMarkt Schweiz forderte deshalb die Migros Aare auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Stadt Bern bot am Dienstag an, mit den Beteiligten die Situation zu analysieren. Man habe das Angebot zur Kenntnis genommen und schätze dieses, heisst es von Seiten der Migros Aare. Für sie ist das Projekt aber beendet, wie Mediensprecherin Andrea Bauer auf Anfrage mitteilte. Es werde keine Verhandlungen mehr geben.

Einsprachen und Auflagen

Eine Einigung innert nützlicher Frist hält die Migros Aare nicht für realistisch, wie die Genossenschaft am Dienstagmorgen mitteilte.

Erschwerend kommt für den Detailhändler dazu, dass nach wie vor Einsprachen gegen den Umbau hängig sind bezüglich Anlieferung, Littering und Lärm. Um die Bedenken auszuräumen, wären erhebliche konzeptionelle Einschränkungen nötig, etwa reduzierte Öffnungszeiten oder ein Verzicht auf die Öffnung des Glasdachs.

Die zunehmende Komplexität des Projekts brachte schliesslich auch den Terminplan durcheinander und liess die Planungskosten ansteigen.

Die Migros Aare hatte von Anfang an klar gemacht, dass sie in der Markthalle keine eigenen Angebote betreiben will. Vielmehr sollte mit der Wiederbelebung der Markthalle ein Treffpunkt mit Cafés, Bars und Restaurants im Stadtzentrum entstehen.

Rund ein Dutzend Jahre lang war die Markthalle mit ihren Cafés und Läden ein gefragter Treffpunkt der Bernerinnen und Berner. Als die Markthalle im Mai 2013 ihre Tore schloss, war sie derart beliebt, dass es bei der Eröffnung der nachfolgenden MediaMarkt-Filiale im März 2015 zu zwei Demonstrationen kam. Die Elektronik-Kette gab im Dezember 2016 bekannt, die Filiale wegen der stetig zunehmenden online-Verkäufe zu schliessen.

Anfang 2017 wurde bekannt, dass die Migros Aare zusammen mit den ehemaligen Initianten die Markthalle wieder aufleben lassen wolle. Für die Migros war das Projekt "eine Herzensangelegenheit". Allerdings eine, die das Unternehmen nicht um jeden Preis umsetzen konnte und wollte.

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