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Martin Tschirren wird neuer Direktor im Bundesamt für Wohnungswesen

Martin Tschirren wird neuer Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO). Der Bundesrat wählte den 48-Jährigen am Mittwoch auf Antrag von WBF-Vorsteher Guy Parmelin. Tschirren stösst vom Städteverband zum Bund. Er tritt die Nachfolge von Ernst Hauri an.
Ab 16. März 2020 neuer Direktor im Bundesamt für Wohnungswesen: Martin Tschirren (links) bei der Vorstellung durch Bundesrat Guy Parmelin in Bern. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Ab 16. März 2020 neuer Direktor im Bundesamt für Wohnungswesen: Martin Tschirren (links) bei der Vorstellung durch Bundesrat Guy Parmelin in Bern. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Hauri wird Ende Jahr pensioniert. Tschirren tritt das Amt am 16. März 2020 an, wie Parmelins Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mitteilte. Der neue BWO-Direktor arbeitet seit 2009 beim Schweizerischen Städteverband, seit 2010 als dessen Vizedirektor.

Unter anderem ist er dort zuständig für die Wohnungspolitik und nimmt für den Verband auch in diversen wohnungspolitischen Gremien Einsitz. Tschirren studierte Geschichte und Theologie in Freiburg und Nijmegen (NL).

Er bildete sich in Raumplanung, Verwaltungsrecht und Kommunikation weiter. Vor dem Engagement beim Städteverband war er sechs Jahre lang im diplomatischen Dienst und leitete ab 2005 die PR-Abteilung bei den Kraftwerken Oberhasli.

Parmelin würdigte den neuen Amtsdirektor als einen Kenner des Themas Wohnungswesen. Neben Raumplanung und Kommunikation sei ihm die Koordination verschiedener Ebenen im Wohnungswesen vertraut. Mit dem Umzug des BWO von Grenchen SO nach Bern bis Ende 2021 entstünden Synergien mit anderen Bundesämtern. Parmelin nannte hier die Wettbewerbskommission (Weko), mit der sich das BWO Gebäude und IT-Infrastrukturen teilen wird.

Umzug als Chance

Tschirren sagte vor den Bundeshausmedien in Bern, durch den neuen Standort rücke das Bundesamt näher an die Politik und andere Bundesstellen. Es stehe mit diversen wohnungspolitischen Vorstössen unter anderem zum Mietrecht vor einer interessanten Phase. Noch vor seinem Amtsantritt komme am 9. Februar 2020 die Initiative für bezahlbaren Wohnraum zur Abstimmung.

Die marktwirtschaftliche Versorgung mit Wohnungen funktioniere in der Schweiz gut. Je nach Ort sei bezahlbarer Wohnraum aber Mangelware, andernorts gebe es ein Überangebot. Hier sei das Gleichgewicht zwischen staatlichem Eingriff und Markt gefragt.

Das BWO sei gefordert bei Energiesanierung, Demografie und neuen Bedürfnissen, Digitalisierung, Mobilität und vielem mehr. Kurz: Seine neue Wirkungsstätte habe typische Querschnittaufgaben. Um sie zu bewältigen, werde er sein Augenmerk auf eine starke Vernetzung mit allen Akteuren im Wohnungswesen richten. Und er suche Partnerschaften für die Innovation.

Zur Besetzung der öffentlich ausgeschriebenen Stelle hatte Parmelin eine Findungskommission eingesetzt. Insgesamt bewarben sich 33 Personen für das Amt.

Bundesamt auf Schrumpfkurs

Neben dem Umzug von Grenchen nach Bern muss das BWO seinen Personalbestand um 13 auf rund 25 Vollzeitstellen reduzieren. Der Stellenabbau soll bis 2025 erfolgen. Die Räumlichkeiten in Grenchen werden dadurch zu gross und verursachen unverhältnismässig hohe Betriebskosten.

Der Eigenaufwand des Bundesamts wird bis 2025 um 25 Prozent zusammengestrichen. Die Massnahmen sind Teil einer Reihe von Strukturreformen, die der Bundesrat im vergangenen Jahr beschlossen hatte.

Das Bundesamt ist zuständig für die Umsetzung von Massnahmen der Wohnraumförderung, für die Bearbeitung mietrechtlicher Fragestellungen, für die Forschung im Bereich des Wohnungswesens sowie für die wohnungspolitische Koordination zwischen den Staatsebenen.

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