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Markige Worte und violette Schnecken am Tag der Arbeit

"Skandal, Angriffe auf Errungenschaften der Arbeitnehmer und Schneckentempo": Die Redner der Gewerkschaften machten am Tag der Arbeit mit markigen Worten auf ihre Anliegen aufmerksam. Die Kundegebungen mit Tausenden Teilnehmern verliefen ohne Zwischenfälle.
Mit bunten Transparenten und unterschiedlichen Anliegen gingen am Tag der Arbeit Tausende Menschen in der Schweiz auf die Strasse. Die Hauptforderung der Gewerkschaften lautete "Lohngleichheit. Punkt. Schluss." (Bild aus Zürich) (Bild: KEYSTONE/PATRICK HUERLIMANN)

Mit bunten Transparenten und unterschiedlichen Anliegen gingen am Tag der Arbeit Tausende Menschen in der Schweiz auf die Strasse. Die Hauptforderung der Gewerkschaften lautete "Lohngleichheit. Punkt. Schluss." (Bild aus Zürich) (Bild: KEYSTONE/PATRICK HUERLIMANN)

(sda)

"Skandal, Angriffe auf Errungenschaften der Arbeitnehmer und Schneckentempo": Die Redner der Gewerkschaften machten am Tag der Arbeit mit markigen Worten auf ihre Anliegen aufmerksam. Die Kundegebungen mit Tausenden Teilnehmern verliefen ohne Zwischenfälle.

Mit Transparenten, lauten Sprechgesängen und Umzügen haben am Dienstag am Tag der Arbeit in der Schweiz Tausende laut und bunt auf die Anliegen der Arbeiter aufmerksam gemacht. "Lohngleichheit. Punkt. Schluss" lautete die Hauptforderung des Tages. Plakate mit violetten Schnecken symbolisierten die Langsamkeit, mit dem die Gleichstellungsanliegen in der Schweiz vorankommen.

In Zürich zogen am Vormittag 13'000 Teilnehmer an der 1. Mai- Kundgebung durch die Innenstadt. Nach dem Umzug sagte Unia-Präsidentin Vania Alleva in ihrer Rede, es sei unglaublich, mit welchem Schneckentempo es bei der Gleichstellung vorwärts gehe.

Am Umzug marschierten auch zahlreiche zum Teil vermummte Personen aus dem linksautonomen Umfeld mit, die wiederholt Petarden und Knallkörper zündeten. Wie die Zürcher Stadtpolizei mitteilte, kam es entlang der Umzugsroute zu vereinzelten Sachbeschädigungen durch Farbbeutel und Sprayereien.

"Lohngleichheit steht in Verfassung"

In Basel marschierten gegen 2500 Personen mit, auch da einzelne Vermummte. Zum Mikrofon griff unter anderem Regula Bühlmann, Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Seit 37 Jahren sei die Lohngleichheit in der Verfassung festgehalten, sagte Bühlmann, und die Frauen würden noch immer darauf warten, dass sie Wirklichkeit werde.

In Genf fanden sich fast 2000 Personen zum 1. Mai-Umzug ein, auch er verlief ohne Zwischenfälle. Dort forderten die Gewerkschaften einen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde. Im April hatte der Genfer Gewerkschaftsbund eine kantonale Volksinitiative für einen solchen Mindestlohn lanciert. Wie die Initianten am Dienstag angaben, wurden seither etwas mehr 7000 Unterschriften gesammelt. Benötigt wurden deren 5227.

In der Stadt Bern nahmen rund 2000 Personen am Umzug und einer anschliessenden Kundgebung auf dem Bundesplatz teil. Gewerkschaften aller Sektoren trugen ihre Fahnen und Transparente durch die Berner Gassen - mitgeführt wurde von der Branchengewerkschaft Syndicom sowie von sda-Journalistinnen auch das Transparent des Streiks bei der Nachrichtenagentur von Ende Januar: "sda nicht für Gewinne da".

Angriff auf Errungenschaften der Arbeiter

Der Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), Giorgio Tuti, machte auf soziale Baustellen in der Schweiz aufmerksam - so zum Beispiel bei der Lohngleichheit, der Altersvorsorge oder im Gesundheitswesen. Er sieht zudem viele Errungenschaften der Arbeitnehmenden attackiert, weil Arbeitgeber und neoliberale Kreise im politischen Umfeld Morgenluft wittern würden.

Kritisiert hat er auch die SBB. Die Führung habe sich die neoliberalen Prinzipien schon gut zu eigen gemacht und wolle neben dem Sparprogramm "Railfit20/30", mit welchem 1400 Stellen abgebaut würden, nun auch beim Gesamtarbeitsvertrag auf Kosten des Personals sparen.

"Es gibt keine Ausreden"

In Freiburg meldete sich der SP-Präsident Christian Levrat zu Wort und richtete eine Mahnung an die Parlamentsmitglieder: "Es gibt keine Ausreden. Lohndiskriminierung existiert und muss endlich bekämpft werden", sagte er gemäss Mitteilung. Es gebe keine Legitimation für Aktionen wie jene in der vergangenen Session, als die Lohngleichheitsvorlage durch den Ständerat blockiert worden sei.

Katharina Prelicz-Huber, die Präsidentin der Gewerkschaft VPOD kritisierte in Winterthur die bürgerliche Politik der letzten Jahre. Mit einer gezielten Lohn-, Steuer-, Spar- und Privatisierungspolitik werde der Abbau des Service public vorangetrieben. Doch es sei ebendieser Service public, der das Leben in der Schweiz angenehm mache, Arbeitsplätze und Wohlstand generiere.

Mut durch die Geschichte

Ebenfalls in Winterthur machte der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Paul Rechsteiner, mit der Geschichte Mut für Kampf um Lohngleichheit. Seit dem Generalstreik vor 100 Jahren hätten die Arbeiter zwar immer wieder Niederlagen einstecken müssen, sagte Rechsteiner. Doch: "Auf lange Sicht zählt nicht die Niederlage. Sondern die Kraft, das Engagement, der Mut für berechtigte Forderungen weiterzukämpfen." Auch der aktuelle Kampf für Lohngleichheit und eine gute AHV bräuchten eine starke Bewegung.

Ähnliche Töne schlug Bundespräsident Alain Berset bei seiner Rede am Abend in Sion an. Der soziale Fortschritt sei nie selbstverständlich und immer mit grossem Engagement verbunden gewesen, sagte Berset gemäss seinem Departement. Der Einsatz sei auch heute nötig, um die Errungenschaften zu sichern und an die Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen.

Neben Berset war auch die zweite Bundesrätin der SP, Simonetta Sommaruga, unterwegs. Sie besuchte in Ennenda GL die Schokoladenfabrik Läderach, wo sie sich Mitarbeitenden austauschte und darauf hinwies, dass Frauen im Schnitt bei gleicher Qualifikation und Leistung pro Jahr durchschnittlich 7000 Franken weniger verdienen würden, zitierte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) die Bundesrätin in einer Mitteilung.

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