Luxusimmobilien-Markt bekommt Corona-Krise langsam zu spüren

Die Corona-Krise wirkt sich je länger je mehr auch auf den Schweizer Immobilienmarkt aus. Vor allem Luxusliegenschaften sind davon betroffen. Ein klares Anzeichen dafür ist etwa die bereits deutlich gesunkene Anzahl an Transaktionen in diesem Segment.

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Luxusimmobilien verkaufen sich nicht mehr so rasch.

Luxusimmobilien verkaufen sich nicht mehr so rasch.

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
(sda/awp)

Gemäss einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der UBS sind Schweizer Luxusliegenschaften in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres - hochgerechnet aufs Gesamtjahr - nur noch um 1,7 Prozent teurer geworden. Das ist deutlich weniger als die 6 Prozent im Vorjahr.

Da die Anzahl Transaktionen im Luxussegment generell eher tief ist, sind die Zahlen allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Wieweit der Corona-Effekt bereits gespielt hat oder ob nicht vielmehr die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im letzten Jahr der Grund für die Verlangsamung des Preisanstiegs ist, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Anzahl Transaktionen deutlich gesunken

Dass die Anzahl der Transaktionen im bisherigen Jahresverlauf aber nochmals deutlich gesunken ist, hat bestimmt mit der Pandemie zu tun. Die fehlende Möglichkeit von Besichtigungen sowie Einschränkungen bei den Notariaten und Grundbuchämtern haben die Umsetzung von Kaufvorhaben nämlich erschwert.

So dürfte die Transaktionszahl im Luxussegment bis Ende Mai des laufenden Jahres gegenüber 2019 annualisiert um rund 15 Prozent zurückgegangen sein. Und das, obwohl der Lockdown nur etwa die Hälfte dieser Periode andauerte, schreibt die UBS in der Studie. Besonders betroffen waren - wenig überraschend - vor allem luxuriöse Zweitwohnungen, bei denen die ausländische Nachfrage durch den Lockdown und Grenzschliessungen praktisch zum Erliegen gekommen ist.

2019 hatte es bei den Transaktionen derweil noch einen neuen Höchststand gegeben. In den von der UBS analysierten 25 Luxusmärkten hätten viermal so viele Objekte die Hand gewechselt wie noch im Jahr 2015, heisst es in der Studie. Doch der Kaufrausch sei jetzt vorbei.

Cologny weiter am teuersten

Die teuersten Immobilien der Schweiz stehen wie im Vorjahr in Cologny im Kanton Genf, wo im Luxussegment Preise von mehr als 35'000 Franken pro Quadratmeter anzutreffen sind. Eine Villa mit 300 Quadratmetern Wohnfläche kostet demnach über 10 Millionen Franken. Für luxuriöse Eigenheime am Zürichsee werden laut der Untersuchung in Rüschlikon sowie in Zürichs Nachbarsgemeinden Zollikon und Kilchberg mit rund 25'000 Franken pro Quadratmeter die höchsten Preise verlangt.

Unter den Zweitwohnungsmärkten rangieren die traditionsreichen Tourismusgemeinden Gstaad und St. Moritz auf den obersten Rängen. Luxusimmobilien werden dort zu Preisen von mehr als 28'000 Franken pro Quadratmeter gehandelt. Die tiefsten Quadratmeterpreise lassen sich laut der Studie im Tessin finden, wo das Luxussegment in allen Gemeinden unterhalb der 20'000-Franken-Schwelle beginnt.

Monaco international am teuersten

Im internationalen Vergleich sind die hierzulande gezahlten Preise allerdings noch fast bescheiden. Das teuerste Pflaster für Luxusliegenschaften war laut Studien Ende 2019 weiterhin Monaco. Die Quadratmeterpreise lag hier bei rund 63'000 US-Dollar. Auf Rang zwei lag Hongkong mit 48'000 US-Dollar. Dass dies so bleibt, muss angesichts der politischen Entwicklungen allerdings bezweifelt werden.

In London und New York erreichen Luxusimmobilien ein Preisniveau oberhalb der 30'000-US-Dollar-Marke. Die beiden Schweizer Städte im Luxussegment, Genf und Zürich, haben mit rund 25'000 und 20'000 US-Dollar ein tieferes Preisniveau im Vergleich zu diesen Weltmetropolen. Auch der teuerste Schweizer Zweitwohnungsmarkt Gstaad hat tiefere Preise als der US-amerikanische Skiort Aspen mit rund 41'000 US-Dollar.