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Die Luftschutzziele für die Schweiz werden trotz besserer Luftqualität nicht erreicht

Die Qualität der Luft in der Schweiz verbessert sich gemäss eines Berichts weiter - Grenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwermetalle wurden im 2017 grösstenteils eingehalten. Anders sieht es jedoch beim für Mensch und Umwelt schädlichen Gas Ozon aus.
Die Luftqualität in der Schweiz hat sich in den vergangenen dreissig Jahren gemäss eines Berichts des Bundesamts für Umwelt (Bafu) verbessert. Allerdings überschreiten Schadstoffe wie das Reizgas Ozon noch immer die Grenzwerte. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Luftqualität in der Schweiz hat sich in den vergangenen dreissig Jahren gemäss eines Berichts des Bundesamts für Umwelt (Bafu) verbessert. Allerdings überschreiten Schadstoffe wie das Reizgas Ozon noch immer die Grenzwerte. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda)

Zwar seien auch die gemessenen Werte des Ozons in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Trotzdem seien die Grenzwerte für das farblose Reizgas im Jahr 2017 an fast allen Messstationen überschritten worden. Insbesondere im Sommer liegen die Werte teilweise erheblich über den Grenzwerten, wie aus dem am Dienstag publizierten Bericht hervorgeht.

Die höchste Ozonbelastung wurde im Tessin an den Stationen Lugano und Magadino gemessen. Im Tessin wurde auch der höchste Stundenmittelwert von 213 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) registriert, während der Spitzenwert auf der Alpennordseite bei 177 μg/m3 lag. Der Grenzwert für das Gas liegt bei 100 μg/m3.

Gemäss dem Bericht ist Ozon eigentlich eines der «wichtigsten Spurengase» in der Erdatmosphäre. Die hohe und damit schädliche Konzentration werde erst durch Verbindung mit den menschengemachten Emissionen von Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen verursacht.

Symptom: Druck auf der Brust

Ozon kann sich gemäss des Berichts akut auf die Gesundheit auswirken. So kann es zu Reizungen von Augen, Nase, Hals und tieferen Atemwegen sowie Enge und Druck auf der Brust kommen. Je nach Konzentration und Dauer der Belastung kann es auch die Lungenfunktion und die Leistungsfähigkeit herabsetzen und die Sterblichkeit erhöhen.

Auch für die Umwelt ist Ozon schädlich. So kann die Belastung periodisch zu sichtbaren Schäden an Blättern von Laubbäumen, Sträuchern und Kulturpflanzen führen. Hält die Belastung dauerhaft an, kann das Gas das Wachstum und die Vitalität empfindlicher Pflanzenarten beeinträchtigen - was wiederum nachweislich zu Ertragseinbussen an landwirtschaftlichen Kulturen führt.

Mittelfristig kann das ins Erdreich eingesickerte Ozon für das Ökosystem Wald auf vielfältige Weise zu einem erheblichen Risiko werden.

Gesetzlich verankertes Ziel noch nicht erreicht

Nicht nur beim Ozon - auch bei anderen Schadstoffen wie Feinstaub und Stickstoffdioxid wurden die Werte teilweise überschritten. Insgesamt aber habe sich die Luftbelastung in der Schweiz seit Mitte der 1980er-Jahre «deutlich» verringert.

So seien beispielsweise «grosse Erfolge» bei den Luftschadstoffen Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und bei Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Zink erreicht worden. Die gemessenen Konzentrationen lägen in der Regel unter den Immissionsgrenzwerten. Damit würden die Messungen den Erfolg der bisherigen Luftreinhaltepolitik von Bund, Kantonen und Gemeinden belegen, schreibt das Bafu in seinem Bericht.

Trotzdem sei das gesetzlich verankerte Ziel einer sauberen Luft noch nicht erreicht. Es seien weitere Massnahmen nötig, welche die Schadstoffemissionen verhindern. Insbesondere der Ausstoss von Stickoxiden, Ammoniak, flüchtigen organischen Verbindungen, lungengängigem Feinstaub sowie krebserregenden Stoffen müsse weiter gesenkt werden.

Messungen seit 1985

Das Bundesamt für Umwelt führt seit 1985 Erhebungen über die Luftverschmutzung in der gesamten Schweiz durch. Das Nationale Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel) besteht aus sechzehn Stationen und deckt alle Belastungssituationen in der Schweiz ab.

Gemessen werden die wichtigsten Luftschadstoffe, welche die menschliche Gesundheit oder die Umwelt schädigen können - seien sie gas- oder partikelförmig oder im Niederschlag enthalten.

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