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Wer am Fenster sitzt, steigt zuerst ein: Lufthansa führt neues Boarding-System ein

Passagiere des Lufthansa-Konzerns müssen sich beim Einstieg ins Flugzeug auf ein neues Verfahren einstellen. Damit soll das Boarding schneller gehen. Nicht betroffen sind die Flughäfen Zürich und Genf.
Endlich Schluss mit dem Gerangel beim Einsteigen? Die Lufthansa hofft, mit einem neuen Einsteigeverfahren das Boarding verkürzen zu können. (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Endlich Schluss mit dem Gerangel beim Einsteigen? Die Lufthansa hofft, mit einem neuen Einsteigeverfahren das Boarding verkürzen zu können. (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

(sda/awp/dpa)

Im Grundsatz werden die Passagiere künftig danach aufgeteilt, ob sie einen Platz am Fenster, in der Mitte der Sitzreihe oder am Gang gebucht haben. Bei amerikanischen Fluggesellschaften, aber auch bei Air France oder British Airways lautet die Reihenfolge beim Einsteigen längst «Window-Middle-Aisle», auch «Wilma» abgekürzt.

Einsteigen in Zürich und Genf wie bisher

Der Konzern will das neue Konzept ab Donnerstag auf Europa-Flügen seiner Netzgesellschaften Lufthansa und Austrian über den Winter einführen. Dieses gilt vorerst an ungefähr 20 europäischen Destinationen. Dort müssen dann auch Swiss-Kunden nach dem Fenster-Mitte-Gang-Prinzip boarden, wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte.

Die Schweiz ist dagegen nicht betroffen: An den Flughäfen Zürich und Genf werde das Prinzip aufgrund lokaler Gegebenheiten vorerst nicht eingeführt, sagte der Swiss-Sprecher

In Zürich und Genf bleibe es beim bisherigen, bewährten Einsteigeprinzip, hiess es weiter. Das heisst: Zuerst kommen Familien mit Babys und Kleinkindern, allein reisende Kinder sowie Reisende mit eingeschränkter Mobilität an die Reihe. Danach folgen die privilegierten Stammkunden - etwa Senatoren oder Star Alliance Gold Karteninhaber - sowie Business Class Reisende und zuletzt alle Economy-Passagiere.

Der Grund für das Abseitsstehen: In Zürich und Genf seien bereits früher Massnahmen zur Optimierung des Boardingprozesses erfolgreich eingeführt worden, sagte der Sprecher. Diese seien nicht ohne weiteres mit neuartigen Prozessen vereinbar.

Zwei Minuten Ersparnis mit Wilma

Die Lufthansa verspricht sich von «Wilma» eine wertvolle Zeitersparnis beim Einsteigen. «Zwei Minuten hören sich erst einmal nicht nach viel an, sind aber schon rund zehn Prozent des Boarding-Prozesses», sagt Vicky Scherber, die seit einem guten Jahr an dem neuen System tüftelt.

Auf der für Wenigflieger ohnehin schon komplexen Bordkarte werden die Lufthansa-Gesellschaften neben Abflug-Gate und Sitzplatznummer eine weitere Rubrik eintragen, nämlich die Boarding-Gruppen 1 bis 5. Die ersten beiden Gruppen sind dieselben wie beim heutigen System - das bei der Swiss noch gilt. Die Economy-Passagiere werden aufteilt: Gruppe 3 meint die Economy-Passagiere mit Fensterplatz, Gruppe 4 die Mitte und schliesslich die 5 für Menschen, die am Gang sitzen.

Skepsis unter Flugreisenden

In Internet-Foren zeigen sich erfahrene Flugreisende nur wenig optimistisch, dass das neue Boardingverfahren vieles positiv verändern wird. Den eigentlichen Grund für die Staus im Gang sehen sie nämlich im knappen Platz in den Gepäckschalen oberhalb der Sitze, den «Bins». Seitdem die Airlines für jedes aufgegebene Gepäckstück zusätzliche Gebühren verlangen, reicht der Platz auf einem vollbesetzten Mittelstreckenflug nur noch für die Utensilien einer guten Hälfte der rund 200 Passagiere.

Ein weiteres Problem: Viele Fluggäste sind zu Beginn des Boardings noch gar nicht am Flugsteig, sondern hetzen als Umsteiger auf den letzten Drücker zum Flieger. Selbst mit der besten Voreinteilung lässt sich daher nicht verhindern, dass auch ganz am Schluss des Prozesses noch Passagiere mit Fensterplätzen in die Kabine kommen.

«Natürlich gehen wir im Zuge der Umstellung auch das Thema Handgepäck an», versicherte Scherber. Es gebe inzwischen deutlich mehr Kontrollen und zudem verstärkt Aufforderungen, die Taschen und Rollkoffer doch noch kurz vor Abflug freiwillig und unentgeltlich abzugeben. Doch letztlich behalten viele Menschen ihre Sachen gerne bei sich, auch um am Zielflughafen Zeit zu sparen. Mit dem neuen Boarding-Prozess geht diese Rechnung für Menschen, die gerne am Gang sitzen, wohl seltener auf.

Die Swiss erklärte, man habe bereits mit der Einführung des Tarifkonzepts 2015 zahlreiche Massnahmen ergriffen, um die Handgepäckmenge bereits vor der Ankunft am Gate besser zu steuern. Im Zuge dessen seien auch die Handgepäckkontrollen intensiviert worden. Als Teil einer konzernweiten Initiative erläutere die Swiss seit kurzem den Zusammenhang von eingehaltenen Gepäckbestimmungen und pünktlichem Flug noch anschaulicher.

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