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Lausanne muss im Kampf gegen Drogenhandel besser zusammenarbeiten

Im Kampf gegen den Drogenhandel müssen die verschiedenen Stellen in Lausanne laut einer Studie besser zusammenarbeiten. Die Westschweizer Stadt, die seit Jahrzehnten ein Problem mit der offenen Drogenszene hat, solle sich ein Beispiel nehmen an Bern und Zürich.
Im Kampf gegen den Strassenhandel hat die Polizei in Lausanne im Frühjahr 2018 ihre Präsenz verstärkt. Im Vorjahr hatte die Zahl der Dealer in der Kantonshauptstadt mit geschätzten 200 Personen einen neuen Höhepunkt erreicht. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Im Kampf gegen den Strassenhandel hat die Polizei in Lausanne im Frühjahr 2018 ihre Präsenz verstärkt. Im Vorjahr hatte die Zahl der Dealer in der Kantonshauptstadt mit geschätzten 200 Personen einen neuen Höhepunkt erreicht. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

(sda)

Im Vergleich zu Bern und Zürich stellt die am Dienstag veröffentlichte Studie in Lausanne vor allem Mängel in der Koordination der verschiedenen Abteilungen, insbesondere Polizei und Sozialdienste, fest. In den beiden Deutschschweizer Städten sei die Drogenpolitik weiter entwickelt.

Sowohl auf formeller Ebene (Koordinierungssitzungen, Schulungen) als auch auf informeller Ebene zwischen den Akteuren vor Ort fände ein regelmässiger Austausch statt. Diese Koordination ist nach Ansicht der Befragten in der Deutschschweiz unerlässlich.

Die Sicherheitsdirektion von Lausanne hatte die 27-seitige Studie im vergangenen Frühjahr in Auftrag gegeben. Es handelt sich nicht um eine Evaluation der städtischen Drogenpolitik, sondern um eine Analyse, die auf Befragungen von Beamten in Bern, Zürich und Lausanne basiert.

1998 schätzten die Lausanner Behörden die Zahl der Dealer in den Strassen der Kantonshauptstadt auf 20 bis 30 Personen. Gut zwanzig Jahre später ging die Polizei bereits von rund 200 gut organisierten Drogenhändlern aus.

Drogenelend als Katalysator

Nach dem Elend der offenen Szenen am Platzspitz und am Letten in Zürich und im Kocherpark in Bern hätten die beiden Deutschschweizer Städte Strukturen geschaffen, um eine Wiederkehr des Drogendramas zu verhindern. Die dortige Politik sei zum Schluss gekommen, dass zur Eindämmung des Problems alle Kräfte eingebunden werden müssten.

Dies habe dazu geführt, dass in Bern und Zürich der Drogenhandel in den Strassen aktuell kein schwerwiegendes Problem darstelle. Regelmässige Treffen auf verschiedenen Ebenen ermöglichten eine wirkungsvolle Kontrolle.

Laut den Studienautoren bedeutet dies, dass die Behörden gegenüber dem kanalisierten Drogenkonsum (Micro-Deals) eine gewisse Toleranz walten lassen. Zugleich reagieren diese schnell auf jede Abweichung, zum Beispiel wenn sich Dealer den öffentlichen Raums aneignen, wie Kriminalistikprofessor Pierre Esseiva, Doktorandin Christine Burkhart und Frank Zobel, Vizedirektor von Sucht Schweiz, im Bericht festhalten.

Nicht Repression allein

Die Operation Strada, mit der die Polizei seit letztem Frühjahr mittels verstärkter Präsenz in den Strassen den Drogenhandel in Lausanne eindämmt, wird in der Studie zwar positiv erwähnt. Dennoch setzte die Stadt damit zu einseitig auf Repression.

So sei fast ausschliesslich die Polizei für Notmassnahmen im Fall untragbarer Zustände zuständig. Für übergreifende Lösungsansätze sei der Einbezug weiterer Akteure nötig.

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