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Kosten nicht übertragbarer Krankheiten wiegen schwer

Erstmals hat eine Studie die direkten Behandlungskosten von nicht übertragbaren Krankheiten in der Schweiz ermittelt. Mit 80 Prozent machen sie den Löwenanteil der Gesundheitskosten aus. Das kostspieligste Leiden sind Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Herz-Kreislauf-Krankheiten führen die Hitparade der teuersten nicht übertragbaren Krankheiten in der Schweiz an. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Herz-Kreislauf-Krankheiten führen die Hitparade der teuersten nicht übertragbaren Krankheiten in der Schweiz an. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda)

Die kürzlich im European Journal of Health Economics erschienene Studie beziffert die Gesamtbehandlungskosten nicht übertragbarer Krankheiten in der Schweiz auf 51 Milliarden Franken, wie der neusten Ausgabe der Schweizerischen Ärztezeitung zu entnehmen ist.

Auf Platz 1 der teuersten Leiden rangieren die Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem Anteil von 15,6 Prozent (10 Mrd. Franken) an den gesamten Gesundheitskosten. An zweiter Stelle folgen Muskel- und Skelett-Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma und Rückenschmerzen mit einem Kostenanteil von 13,4 Prozent (8,7 Mrd. Franken).

Rang 3 belegt mit einem Anteil von 10,6 Prozent (6,9 Mrd. Franken) die Behandlung psychischer Erkrankungen wie Depressionen. Etwas überraschend für die Autoren liegen die Kostenanteile für die Behandlung von Krebs oder Demenz tiefer als vermutet. 6 Prozent oder 3,9 Milliarden Franken der Kosten gehen zulasten von Krebsbehandlungen, das ist Rang 7 in der Auflistung.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache. Weil die Krankheit aber oft tödlich verläuft, ist die Behandlungsdauer relativ kurz. Neue und teure Medikamente können die Lebenserwartung vieler Patienten erhöhen, machen den Krebs damit aber immer mehr zu einer chronischen Erkrankung.

Lediglich 1,7 Prozent (1,1 Mrd. Franken) der Behandlungskosten in der Schweiz entfallen auf Demenz; dies obwohl die Krankheit gemäss den Autoren gerne als Grund für die steigenden Gesundheitskosten angeführt wird. Es seien aber weniger Leute dement als angenommen, und die Behandlung vieler Patienten sei vergleichsweise günstig, da ein in manchen Fällen Angehörige Pflege und Betreuung übernehmen.

Zusammengetragen hat die Zahlen ein interdisziplinäres Forschungsteam. Es stützte sich dabei auf einen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegebenen Bericht, der 2014 von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der Universität Zürich, dem Forschungsinstitut Polynomics sowie der Krankenversicherung Helsana erstellt wurde.

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