Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert im Original zu sehen

Der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert wird erstmals im Original der Öffentlichkeit gezeigt. Das Exponat erhält einen eigenen Ausstellungsraum am Klosterhof unweit der Stiftbibliothek.

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Der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert wird erstmals im Original der Öffentlichkeit gezeigt. Die neue Dauerausstellung «Wunder der Überlieferung» öffnet am 13. April ihre Pforten. (Bild: Stiftsbibilothek St. Gallen)

Der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert wird erstmals im Original der Öffentlichkeit gezeigt. Die neue Dauerausstellung «Wunder der Überlieferung» öffnet am 13. April ihre Pforten. (Bild: Stiftsbibilothek St. Gallen)

(sda)

Zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung «Das Wunder der Überlieferung - Der St. Galler Klosterplan und Europa im frühen Mittelalter» am Freitag kommt Bundesrat Alain Berset nach St. Gallen. Anschliessend lädt der Stiftsbezirk zu einem «Tag der offenen Türen» ein.

Das 112 auf 77,5 Zentimeter grosse Pergament mit der frühesten Darstellung eines Klosterbezirks aus dem Mittelalter kann nach einer einführenden Multimediaschau in einem abgedunkelten Raum im Original betrachtet werden. Aber jeweils nur für 20 Sekunden, denn das Dokument darf nicht zu stark dem Licht ausgesetzt werden.

Der gut erhaltene Plan gibt einen Einblick in nahezu alle Bereiche des klösterlichen Lebens, in die Planung von Bauwerken und die Architektur vor 1200 Jahren. Bisher bekam das Publikum in der Stiftsbibliothek nur ein Faksimile zu Gesicht. Die neue Ausstellung umfasst neben dem Original-Klosterplan weitere Schätze des Stiftsarchivs.

Bibliothek von Weltrang

Der St. Galler Stiftsbezirk gehört zu den monumentalen Klosterbauten des Barocks. Herzstück bildet die Stiftsbibliothek, die als eine der ältesten und schönsten Bibliotheken der Welt gilt und jährlich von rund 130'000 Personen besucht wird. Der Bestand umfasst 170'000 Bücher und 2000 Originalhandschriften aus dem Mittelalter.

An keinem anderen Ort Europas sind frühmittelalterliche Handschriften und Urkunden in vergleichbarer Dichte erhalten. Daher gehört der Stiftsbezirk seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In den vergangenen Jahren wurde der Stiftsbezirk mit seinen Ausstellungen neu ausgerichtet.

Neben «Wunder der Überlieferung» gibt es zwei weitere Ausstellungen: «Gallus und sein Kloster» im Gewölbekeller spannt den Bogen von der Einsiedlerzelle des Gallus bis zum heutigen Weltkulturerbe. Und eine Sommerausstellung ist dem Abt Otmar gewidmet, der vor 1300 Jahren die von Gallus gegründete Gemeinschaft zum Kloster ausbaute.