Kampagne soll Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln verringern

Von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, die zur Gruppe der Benzodiazepine gehören, sind in der Schweiz rund 200'000 Personen abhängig. Über diese «stille Sucht» wird selten gesprochen. Eine Präventionsampagne will dies nun ändern.

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Die Kampagne der Suchtmittelzentrale will über den Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln aufklären.

Die Kampagne der Suchtmittelzentrale will über den Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln aufklären.

KEYSTONE/DPA dpa-Zentralbild/Z1006/_MATTHIAS HIEKEL
(sda)

Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen stehe in der Schweiz nach Tabak und Alkohol an dritter Stelle, schreibt das Suchtzentrum Arud in einer Mitteilung vom Donnerstag. Mit der Kampagne soll dem Stigma der Sucht entgegengewirkt werden. Betroffene sollen sich dadurch weniger allein fühlen und sich Unterstützung holen.

Die Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln steige mit dem Alter stark an, heisst es weiter. Am häufigsten betroffen seien Frauen ab 70 Jahren. Rund 11 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe nähmen täglich oder fast täglich Benzodiazepine ein - die überwiegende Mehrheit seit mindestens einem Jahr oder länger. Das Risiko für ältere Personen sei besonders hoch, «es drohen Stürze mit Knochenbrüchen, Verwirrtheit und Vergesslichkeit».

Der Weg in die Abhängigkeit verlaufe bei Benzodiazepinen schleichend. Anfangs bringen diese Mittel laut Arud noch Erleichterung, indem sie Symptome wie Angst, Unruhe, innere Anspannung und Schlafstörungen lindern. Doch längerfristig würden Benzodiazepine selbst zum Problem.

Arud sensibilisiert unter anderem mit einem Videoclip über die Problematik der Benzodiazepine.

https://arud.ch/substanzen-und-abhangigkeiten/abhangigkeiten/medikamente/tablettensucht