Jede zweite Schweizer Mietwohnung gehört einer Privatperson

Fast jede zweite Mietwohnung in der Schweiz befindet sich im Besitz von privaten Personen. Der Anteil von Pensionskassen, Immobilienfonds oder Versicherern am Mietwohnungsbesitz ist allerdings laut einer Studie in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich angestiegen.

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Jede zweite Schweizer Mietwohnung gehört einer Privatperson

Jede zweite Schweizer Mietwohnung gehört einer Privatperson

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
(sda/awp)

Insgesamt gehörten im Jahr 2019 49 Prozent der Mietwohnungen in der Schweiz privaten Personen, wie der neusten Studie «Immobilien Schweiz» von Raiffeisen Schweiz zu entnehmen ist. Ein Drittel der Mietwohnungen (33 Prozent) war derweil im Besitz von institutionellen Investoren, gefolgt von Genossenschaften (8 Prozent) und «klassischen Immobilienfirmen» (7 Prozent).

Nimmt man sämtliche rund 4,5 Millionen Wohneinheiten in der Schweiz - also einschliesslich Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser - so befanden sich laut den Angaben rund 57 Prozent der Objekte im Besitz von Privatpersonen. Die Zahlen zeigten, dass von einer Dominanz professioneller Investoren am Schweizer Wohnungsmarkt «nicht die Rede sein kann», wird Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff in der Mitteilung zitiert.

Institutionelle holen auf

Ein Vergleich der Eigentumsverhältnisse bei den Mietwohnungen über rund 20 Jahre zeigt allerdings ein deutliches Aufholen der institutionellen Anleger. Diese besassen im Jahr 2000 erst 23 Prozent der Mietobjekte, womit sie ihren Anteil um zehn Prozentpunkte erhöht haben. Im Besitz von Privaten befanden sich damals noch 57 Prozent der Mietwohnungen.

Die Ausweitung des Immobilienportfolios von Pensionskassen und Versicherern habe also primär auf Kosten der Besitzanteile der privaten Haushalte stattgefunden, stellt die Raiffeisen-Studie fest. Die Anteile der Genossenschaften, klassischer Immobiliengesellschaften und der öffentlichen Hand seien in dem Zeitraum dagegen relativ stabil geblieben.

Weiterhin kaum leer stehendes Wohneigentum

Derzeit stehen schweizweit derweil weiterhin kaum Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zum Verkauf, wie die Studie feststellt. Das zeige auch die tiefe Leerstandsquote im Eigentumssegment, die gerade einmal 0,57 Prozent beträgt. Dagegen stehen landesweit 2,76 Prozent aller Mietwohnungen leer.

In den fünf grössten Städten Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf standen per 1. Juni 2020 gerade einmal 111 Objekte leer, so Raiffeisen. Allerdings gebe es Regionen mit wesentlich mehr leerstehenden Eigentumsobjekten, betonen die Bankökonomen: So stünden im Wallis und im Jura mehr als 1 Prozent aller Einfamilienhäuser und Stockwerkeigentumswohnungen leer.

Verknappung des Angebots

Trotz Corona-Pandemie werden Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen weiter nachgefragt. Das zeigt sich für die Ökonomen auch im Wachstum des Hypothekarkreditvolumens, das mit gut 2,5 Prozent noch immer auf einem «ansehnlichen Niveau» liege.

Für die «Zuversicht am Eigenheimmarkt» gebe es auch Gründe. Neben der weiterhin intakten Nachfrage sei nämlich künftig mit einer weiteren Verknappung des Angebots zu rechnen. Projektentwickler drückten weiterhin bei der Planung neuer Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser auf die Bremse - entsprechend dürften auch künftig weniger solche Objekte auf den Markt kommen.