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Japankäfer im Tessin erstmals in freier Natur nachgewiesen

Im Tessin ist der als aggressiv geltende Japankäfer erstmals in der freien Natur nachgewiesen worden. Würde sich der aus Italien eingewanderte Käfer in der Gesamtschweiz ausbreiten, wären insbesondere Trauben-, Mais- und Steinobstkulturen in Gefahr.
Im Tessin wurden erstmals Japankäfer in freier Natur nachgewiesen. (Bild: Keystone/AP/Nati Harnik)

Im Tessin wurden erstmals Japankäfer in freier Natur nachgewiesen. (Bild: Keystone/AP/Nati Harnik)

(sda)

Er gilt als grosse Gefahr für die Landwirtschaft: der aus Norditalien eingewanderte Japankäfer. Erstmals beobachtet wurde er in Tessin im Jahr 2017. In den letzten Wochen und Monaten sind nun ausgewachsene Japankäfer in einer Falle sowie in der freien Natur bei Stabio aufgetaucht.

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft hat der Dienst für Pflanzenschutz des Kantons Tessin Massnahmen ergriffen, um den Japankäfer an seiner Ausbreitung zu hindern. Unter anderem dürfen auf einer rund drei Kilometer breiten Zone bei Stabio, die als grösster Gefahrenherd gilt, keine Bodenschichten mehr bis 30 Zentimeter Tiefe oder empfindliche Pflanzenteile bewegt werden.

Ausserdem wird die Arbeit auf den betreffenden Grünflächen angepasst. Abgestorbenes Grünmaterial der «Zona di lotta» - zu deutsch: Bekämpfungszone - darf ausserhalb dieser nicht mehr verwendet werden. Auch Erde darf nicht nach «draussen» verschoben werden.

Der Grund: Japankäfer deponieren ihre Eier in der Erde und verstecken sich gerne in Pflanzenkronen, wie Cristina Marazzi, verantwortlich für Obstbau und öffentliche Grünflächen beim kantonalen Dienst für Pflanzenschutz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. Mit einer Grösse von nur 1,5 Zentimetern können die Käfer leicht übersehen werden.

Transportmittel als Risikofaktor

Ein Risikofaktor, der sich kaum kontrollieren lässt, stellten die zahlreichen Transportmittel wie Lastwagen oder Privatautos dar, erklärt Marazzi. Diese könnten Japankäfer oder deren Larven in der Schweiz verteilen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien auch genau auf diesem Weg die ersten Käfer in die Schweiz gelangt.

Würde sich der Japankäfer in der ganzen Schweiz ausbreiten, wäre dies insbesondere für die Landwirtschaft problematisch, denn das Insekt frisst ausgesprochen gerne Blätter und Blüten von Trauben, Mais und Steinobstbäumen. Auch Nusssträuchern gegenüber sei er nicht abgeneigt, sagt Marazzi. Zudem würden die Larven des Japankäfers die Wurzeln der Pflanzen angreifen.

Cristina Marazzi warnt davor, nun in Alarmismus zu verfallen. Erst müssten die Larven des Japankäfers den Winter überstehen. «Wir werden genau beobachten, wie die Larven mit der Kälte umgehen», sagt Marazzi. Die Larven benötigten nämlich genügend Wasser, um überleben zu können. Die anbrechende kalte Jahreszeit werde zeigen, wie gut sich der Japankäfer an neue Bedingungen anpassen könne.

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