Heer äussert sich zurückhaltend zu seinen Ambitionen als SVP-Chef

Der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer hat seine Ambitionen auf das Amt des Parteipräsidenten am Samstag relativiert. Der vorerst einzige offizielle Kandidat als Nachfolger des abtretenden Albert Rösti sagte, das Präsidium sei nicht sein primäres Ziel.

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Der Posten als Parteipräsident der SVP sei nicht sein oberstes Ziel, sagte Alfred Heer in einem Interview. Vorerst bleibt er aber einziger offizieller Bewerber für die Nachfolge von Albert Rösti.

Der Posten als Parteipräsident der SVP sei nicht sein oberstes Ziel, sagte Alfred Heer in einem Interview. Vorerst bleibt er aber einziger offizieller Bewerber für die Nachfolge von Albert Rösti.

KEYSTONE/WB TK k_bjh
(sda)

«Ich will nicht Präsident werden, die Kantonalpartei hat mich als möglicher Kandidat gemeldet, mit meinem Willen natürlich», sagte Heer in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio SRF. Er müsse nun zuerst mit der Findungskommission reden und diskutieren, wie sie seine Kandidatur einschätze. «Wenn sie mich als ungeeignet beurteilen sollte, bricht für mich keine Welt zusammen.»

Das Amt als Parteipräsident sei «nicht etwas, das ich anstrebe oder suche», sagte Heer weiter. Ihm gehe es darum, die grossen Herausforderungen der Schweiz anzugehen, dazu gehöre etwa der Kampf gegen ein Rahmenabkommen mit der EU. «Wir brauchen dazu eine Partei, die gut aufgestellt ist.»

«Ich habe eine klare Strategie»

Heer liess sich nicht gross in die Karten blicken, was er als Präsident der grössten Schweizer Partei verändern würde. «Ich habe eine klare Strategie und ein Konzept.» Dieses werde er aber nicht medial breittreten, bevor er es intern besprochen habe. Klar sei aber, dass die SVP ihren pointiert rechten Kurs fortführen müsse. Dazu gehöre zwischendurch ein Gepolter, aber auch konstruktive Mitarbeit an Lösungen.

Dass Partei-Übervater Christoph Blocher bei der Wahl des neuen Präsidenten ein gewichtiges Wörtchen mitreden werde, sei klar, sagte Heer. «Ohne ihn wären wir in der EU, und die SVP wäre viel kleiner.»

Er lasse sich aber nicht den Mund verbieten. Wenn er keine sachliche Kritik an der Partei anbringen könne, ohne von «Weltwoche»-Verleger und Partei- und Nationalratskollege Roger Köppel angegriffen zu werden, «dann verstehe ich die Welt nicht mehr».

Wahl Ende März

Die Eingabefrist für Anwärter auf das SVP-Parteipräsidium lief am (heutigen) Samstag ab. Per Post übermittelte Kandidaturen können bis am Montag, 3. Februar, bei der Findungskommission eintreffen, wie deren Präsident Caspar Baader am Freitag erklärt hatte. Voraussichtlich nächste Woche sollen die gemeldeten Kandidierenden bekanntgegeben werden. Ab Mitte Februar werden dann die Gespräche mit den Bewerbern geführt.

Die Wahl der neuen Präsidentin oder des neuen Präsidenten der SVP Schweiz findet dann an der ordentlichen Delegiertenversammlung der SVP Schweiz vom 28. März in Basel statt.