Glättli wirbt auf Delegiertenversammlung für Green New Deal

Balthasar Glättli, der Präsident der Grünen, hat am Samstag an der Delegiertenversammlung in Windisch AG für einen Green New Deal geworben. Es gehe darum, die Weichen für eine grüne Zukunft zu stellen, sagte Glättli.

Drucken
Teilen
Balthasar Glättli, Parteipräsident der Grünen, wirbt an der Delegiertenversammlung in Windisch für den Green New Deal.

Balthasar Glättli, Parteipräsident der Grünen, wirbt an der Delegiertenversammlung in Windisch für den Green New Deal.

KEYSTONE/WALTER BIERI
(sda)

In der Politik gebe es entscheidende Momente, die Bestehendes in Frage stellten. Momente, wo das übliche «weiter so» nicht mehr einfach gehe, sagte Glättli vor den Delegierten. Diese Momente könnten aber genutzt werden, um gemeinsam neue Wege einzuschlagen.

«Wir erleben alle eine solche Zeit. Und wir Grünen wollen aus den letzten Monaten die richtigen Lehren ziehen und die Krise nutzen für eine öko-soziale Transformation.»

Die Grünen kämpften dafür, dass die Schweiz grüner und solidarischer aus der Krise herauskomme, als sie hineingegangen sei. Damit das gelinge, müssten aber auch die Weichen gestellt werden: «Als Gesellschaft muss in die Zukunft investiert werden und genau das wollen wir mit unserem Green New Deal», so Glättli.

Die Frage sei einfach: «Wollen wir ein- oder zweimal investieren?» Entweder investiere man jetzt zuerst in den Wiederaufbau der alten, der grauen Wirtschaft von gestern. Dann werde ein zweites Mal investiert werden müssen. «Unsere Alternative: Investieren wir zugleich zu Beginn in einen grünen Wandel, damit wir die Wirtschaft jetzt, aus der Krise heraus, auf ein solideres, zukunfstsfähigeres Fundament stellen.»

Die Coronakrise habe gezeigt, dass in Notlagen enorme individuelle und gemeinschaftliche Ressourcen mobilisiert werden könnten. Genauso engagiert müssten jetzt für die Klimakrise ganz konkrete Lösungen umgesetzt werden - Schritt für Schritt und gleichzeitig mit möglichst viel Ambition, um eine Katastrophe zu verhindern. «Machen wir uns auf den Weg mit einem ökologisch-sozialen Green new Deal!»

Die gefährlichste aller Alternativen sei das «weiter so», betonte Glättli. «Denn, wenn alles so bleibt wie es ist, bleibt bald nichts mehr, wie es ist.»

Die Grünen hatten ihren ehrgeizigen Klimaplan vergangene Woche vorgestellt. Sie fordern, dass die Schweiz ab 2040 klimapositiv wird, also den CO2-Ausstoss nicht nur auf Null senkt, sondern der Atmosphäre sogar CO2-Emissionen entzieht. Die Uno hat 2050 als Datum zum Erreichen der Klimaneutralität festgelegt - dieses Ziel teilen Bundesrat und Parlament.