Gesundheitsminister Berset will weiter kämpfen gegen hohe Gesundheitskosten

Die Krankenkassenprämien steigen im Jahr 2020 im Schnitt um 0,2 Prozent. Gesundheitsminister Alain Berset ist erfreut über die Erhöhung von «fast Null» für das nächste Jahr. Die Arbeit sei aber noch nicht getan.

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Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich erfreut über den moderaten Anstieg um 0,2 Prozent bei den Krankenkassenprämien. Allerdings dürften die Anstrengungen zur Reduktion der Gesundheitskosten nicht nachlassen. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich erfreut über den moderaten Anstieg um 0,2 Prozent bei den Krankenkassenprämien. Allerdings dürften die Anstrengungen zur Reduktion der Gesundheitskosten nicht nachlassen. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

«Das ist eine sehr gute Neuigkeit», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Dienstag vor den Medien in Bern. Es handle sich um einen der niedrigsten Anstiege überhaupt. Das sei eine gute, sehr ermunternde Antwort. Sie zeige, dass man gegen die steigenden Gesundheitskosten etwas unternehmen könne.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt den moderaten Anstieg auf die Massnahmen zur Kostendämpfung zurück. So brachte die Revision des Ärztetarifs Tarmed Einsparungen von 500 Millionen Franken. Zudem habe durch das regelmässige Senken der Arzneimitteilpreise seit 2012 rund eine Milliarde Franken eingespart werden können.

Berset: «Wir müssen weiter kämpfen»

Das sei allerdings noch nicht das Ende, die Arbeit sei noch nicht getan, erklärte Berset. Man müsse wachsam bleiben und dürfe bei den Anstrengungen nicht nachlassen. Die Kosten würden weiter steigen, wegen der demographischen und medizinisch-technologischen Entwicklung. «Wir müssen weiter kämpfen», sagte Berset.

Im vergangenen August wurde ein Massnahmenpaket vorgestellt, ein weiteres soll zu Beginn des nächsten Jahres folgen. Alle Beteiligten im Gesundheitswesen müssten ihre Verantwortung wahrnehmen, forderte Berset.

Luzerns Bevölkerung kommt am besten weg

Die Entwicklung in den Kantonen ist sehr unterschiedlich. Gemäss dem BAG wird in zehn Kantonen die Prämie billiger (AG, BE, BS, LU, SH, SO, SZ, VD, ZG, ZH). Für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Luzern präsentiert sich mit einem Minus von 1,5 Prozent die beste Situation.

Die Bevölkerung in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, Neuenburg, Tessin und Wallis wird mindestens 1,5 Prozent mehr bezahlen müssen. Am stärksten ist der Anstieg in Neuenburg mit 2,9 Prozent. In den übrigen elf Kantonen liegt der Anstieg zwischen 0 und 1,5 Prozent.

Durchschnittlich wird eine Person im nächsten Jahr 315,40 Franken im Monat für die Prämie bezahlen müssen. Junge Erwachsene werden dabei entlastet, sie bezahlen 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Monatsprämie für 19- bis 25-Jährige beläuft sich 2020 auf 265,3 Franken. Für Erwachsene steigt die Prämie im Schnitt um 0,3 Prozent auf 374,40 Franken. Bei den Prämien von Kindern ändert sich nichts, sie bleiben im Schnitt bei 98,7 Franken.

Neue Berechnungsgrundlage seit Vorjahr

Gegenüber dem Vorjahr, als die Erhöhung 1,1 Prozent betrug, ist der diesjährige Anstieg moderat. Die am Dienstag publizierten Zahlen unterscheiden sich jedoch leicht von jenen, welche das BAG im Vorjahr vom BAG kommuniziert hatte. So hatte das BAG vor Jahresfrist beispielsweise einen Anstieg um 1,2 Prozent mitgeteilt.

Diese geringen Abweichungen in den Zahlen seien auf den Systemwechsel zurückzuführen, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde, sagte ein BAG-Sprecher gegenüber Keystone-SDA. Damals wurde für die Berechnungen zum ersten Mal die mittlere Prämie berücksichtigt. Vorher basierten die Berechnungen auf der Standardprämie.

Seit Inkrafttreten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Jahr 1996 sind die Prämien jährlich um durchschnittlich 3,8 Prozent gestiegen.