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Erdmandelgras beschäftigt zunehmend Behörden und Bauern

In der Schweiz breitet sich das Problemunkraut Erdmandelgras stark aus und beschäftigt zunehmend die Behörden und die Landwirtschaft. Erstmals wurde deshalb auch die "Plattform für Pflanzenschutzfragen mit spezifischem Koordinationsbedarf" aktiviert.
Wo sich im Gemüsebau das eingeschleppte Unkraut Erdmandelgras ausbreitet, können grosse Schäden auftreten. So kann es beispielsweise bei Kartoffeln zu Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent und bei Zuckerrüben sogar bis zu 60 Prozent kommen. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Wo sich im Gemüsebau das eingeschleppte Unkraut Erdmandelgras ausbreitet, können grosse Schäden auftreten. So kann es beispielsweise bei Kartoffeln zu Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent und bei Zuckerrüben sogar bis zu 60 Prozent kommen. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda)

In der Schweiz breitet sich das Problemunkraut Erdmandelgras stark aus und beschäftigt zunehmend die Behörden und die Landwirtschaft. Erstmals wurde deshalb auch die "Plattform für Pflanzenschutzfragen mit spezifischem Koordinationsbedarf" aktiviert.

Diese Plattform dient dazu, die gemeinsamen Anstrengungen des Bundes, der Konferenz der Landwirtschaftsämter (KOLAS), der kantonalen Pflanzenschutzdienste (KPSD) und des Bauernverbands als Branchenvertreter zu koordinieren, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zu einem Bericht des "BauernZeitung" sagte.

Bereits seit 2010 führt die Bundesforschungsanstalt Agroscope gemeinsam mit der Branche und einzelnen Kantonen Forschungsarbeiten zur Bekämpfung des Erdmandelgrases durch. Erfolgreiche Sofortmassnahmen zur Bekämpfung gegen das eingeschleppte Problemunkraut stünden aber immer noch nicht zur Verfügung. Die weitere Ausbreitung könne nur verhindert werden, wenn die Verschleppung unterbunden werde, hält das BLW fest.

Bund schiebt den Ball Kantonen zu

Gemäss der Fachzeitschrift "BauernZeitung" sind die Kantone unzufrieden mit dem Bund. Sie hätten die Bekämpfung des Erdmandelgrases gerne auf die Bundesebene verlegt.

Da es sich aber nicht um einen besonders gefährlichen Schadorganismus im Sinne des Landwirtschaftsgesetzes handle, fehle für die Einführung einer bundesweiten amtlichen Melde- und Bekämpfungspflicht die Grundlage im Landwirtschaftsrecht, liessen das BLW und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Kantone, den Bauernverband, die Gemüseproduzenten sowie die Zuckerrübenpflanzer Ende Dezember wissen.

Die Bundesstellen halten aber in dem Schreiben auch fest, dass das Problem Erdmandelgras so gravierend und dringend ist, dass nur eine gemeinsame Lösung von Branche, Kantonen und Bund zum Ziel führen könne. Auf Bundesebene wurde deshalb die Plattform geschaffen, um die gemeinsamen Anstrengungen zu koordinieren.

Um die Sensibilisierung weiter zu führen, unterstützt das BLW auch eine elektronische Plattform mit allen wichtigen Informationen zum Erdmandelgras.

Kantone sollen Verbreitung erheben

Die Kantone wurden aufgefordert, die aktuelle Verbreitung des Erdmandelgrases zu erheben. Dies soll bis anfangs 2020 geschehen. Bisher noch befallsfreie Gebiete sollen identifiziert und eventuell ausgeschieden werden.

Parallel dazu sollen konkrete technische Massnahmen erarbeitet werden, um die weitere Verschleppung in schützenswerte Gebiete zu verhindern und die Ausbreitung in bereits befallenen Gebieten einzudämmen.

Das BLW finanziert auch ein vierjähriges Projekt, das von Agridea geleitet wird und in dem Experten von Agroscope, Vertreter der betroffenen Branchenorganisationen und der kantonalen Pflanzenschutzdienste zusammenarbeiten.

Im Rahmen dieses Projektes gibt es den klaren Auftrag und Zeitplan, die notwendigen technischen Grundlagen zur Entwicklung einer Bekämpfungsstrategie sowie geeignetes Material für die Sensibilisierung zu erarbeiten.

Alle bereits vorhandenen Informationen und Empfehlungen zur Bekämpfung des Erdmandelgrases werden zentral auf der Webseite www.erdmandelgras.ch zur Verfügung gestellt. Das BLW hält auch fest, dass ein durch die Einschleppung von Erdmandelgras geschädigter oder von Schaden bedrohter Landwirt immer die Möglichkeit habe, auf zivilrechtlichem Weg Schadenersatz zu fordern.

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