Ende des AKW Mühleberg löst Genugtuung und Wehmut aus

Das AKW Mühleberg ist Geschichte: Die Betreiberin BKW hat das Atomkraftwerk westlich von Bern am Freitag für immer vom Netz genommen. Ein Operateur im Kommandoraum löste die Abschaltung punkt 12.30 Uhr aus.

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Ein Operateur, zwei rote Knöpfe - dann ist das AKW Mühleberg Geschichte.
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Die BKW haben ihrem Atomkraftwerk den Stecker gezogen.
Barbara Zimmermann (Mitte), Ursula Zimmermann (2. v.r.) und Thomas Klöti (ganz rechts) bei ihrer 426. und letzten Anti-AKW-Mahnwache vor dem BKW-Hauptsitz.

Ein Operateur, zwei rote Knöpfe - dann ist das AKW Mühleberg Geschichte.

KEYSTONE/PK
(sda)

Das Werk unterhalb des Wohlensees war mehr als 47 Jahre lang in Betrieb. 2013 entschloss sich die BKW zur Stilllegung. Die geforderten Nachrüstungen hätten sich nicht mehr rentiert. In den vergangenen Jahren wurde die Einstellung des Leistungsbetriebs eingehend geplant und von den Bundesbehörden genehmigt.

Gesamtschweizerisch trug Mühleberg fünf Prozent zur Stromproduktion bei. Eine Versorgungslücke drohe nach dem Ende des zweitältesten Schweizer Atomkraftwerks aber nicht, versicherte die BKW.

Die Abschaltung löste gemischte Reaktionen aus. Langjährige Mitarbeitende äusserten Trauer und Wehmut; sie zeigten sich überzeugt, dass das AKW noch lange zuverlässig funktioniert hätte.

Genugtuung gab es im Lager der AKW-Gegner. Drei von ihnen führten am Mittag vor dem BKW-Hauptsitz ihre 426. und letzte Mahnwache durch. Damit begonnen hatten sie unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima 2011.

Einer der Aktivisten, Thomas Klöti, sagte zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA, er empfinde vor allem Dankbarkeit, dass er den Moment der Abschaltung des AKW Mühleberg erleben dürfe.

Energieministerin Simonetta Sommaruga sprach auf Twitter von einem «historischen Tag». Die Zukunft gehöre der einheimischen, sauberen Energie aus Wasser und Sonne.

Doch ein Atomausstieg der Schweiz ist in weiter Ferne. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES). Im Fall von Beznau, Leibstadt und Gösgen sei es aus Sicht der Betreiber wirtschaftlich lohnend, die Stilllegung hinauszuzögern.

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