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Drucker fordern: Tamedia soll zurück zu Gesamtarbeitsvertrag

Die Druckzentren des Schweizer Medienunternehmens Tamedia sollen sich wieder dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der grafischen Industrie unterstellen. Das haben Angestellte der drei Tamedia-Druckereien am Mittwoch an einer koordinierten Aktion gefordert.
Ein Angestellter des Tamedia-Druckzentrums Bern zeigt am Hut, was er denkt. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Ein Angestellter des Tamedia-Druckzentrums Bern zeigt am Hut, was er denkt. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Vor den Zentren in Bern, Zürich und Bussigny VD unterzeichneten Druckerinnen und Drucker grosse Kartontafeln, welche das Vertragswerk symbolisieren sollten. Auf diesen Tafeln war Platz freigelassen für die Unterschriften der Tamedia-Unternehmensleitung.

Die Aktion fand vor dem Hintergrund neuer Verhandlungen für einen GAV in der Druckerbranche statt. Die Gewerkschaften verhandeln mit dem Arbeitgeberverband der grafischen Industrie Viscom.

Tamedia war Ende 2015 aus diesem Verband ausgetreten. Dies mit der Begründung, die mit dem neuen GAV vorgenommene Aufteilung der Betriebe in Akzidenz- und Zeitungsdruckereien schaffe eine Ungleichbehandlung. Akzidenzdruck bedeutet beispielsweise die Herstellung von Prospekten.

Tamedia unterstand mit diesem Austritt nicht mehr dem ab 2016 geltenden, neuen GAV für die Druckbranche. Seither gelten für das Tamedia-Druckpersonal Arbeitsbedingungen, die sich am GAV ausrichten, der Ende 2015 auslief.

«GAV ist bindend»

Tamedia habe sich an das 2016 gegebene Versprechen gehalten, die Arbeitsbedingungen in der GAV-losen Zeit nicht zu verschlechtern. Das sagte an der Aktion in Bern Peter Scherz, Präsident der Betriebskommission des Tamedia-Druckzentrums in Bern.

Tamedia solle dennoch zurück unter den GAV, weil das Personal mit einem GAV die Gewerkschaften im Rücken habe, ein GAV auf eine gewisse Zeit hinaus bindend sei und die Anstellungsbedingungen jeweils neu verhandelt werden könnten, so Scherz

In Bern unterzeichneten bis Mitte Nachmittag etwa 25 Angestellte die symbolischen GAV-Tafeln, in Bussigny und Zürich waren es nach Angaben der Gewerkschaft Syndicom je gegen 30 Personen. Weitere 30 Drucker nahmen an den drei Standorten an der Aktion teil, die bis zum frühen Abend weiterlief.

In den drei Tamedia-Druckzentren arbeiten nach Gewerkschaftsangaben rund 300 Personen, die dem GAV 2015 unterstanden.

Tamedia will Ergebnisse abwarten

Tamedia gab auf Anfrage bekannt, im Einverständnis mit der Personalkommission seien die geltenden Anstellungsbedingungen bis Ende April 2019 verlängert worden. Tamedia wolle die Ergebnisse der neuen GAV-Verhandlungen abwarten.

Solange die Ungleichbehandlung zwischen Akzidenz- und Zeitungsdruck anhalte, werde Tamedia dem Verband Viscom und damit dem GAV nicht wieder beitreten.

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