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Die meisten Schweizer sterben im Heim

In den 1950ern starben noch die meisten Schweizer zu Hause. Heute sind es knapp ein Fünftel. Vom Rest stirbt fast ein Drittel im Alters- oder Pflegeheim, ohne im Jahr davor im Spital gewesen zu sein. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Betagten und Hochbetagten.
Ein Drittel der Schweizer verbringen ihr letztes Lebensjahr im Alters- oder Pflegeheim ohne Hospitalisierung. (Bild: Keystone/AP/THOMAS KIENZLE)

Ein Drittel der Schweizer verbringen ihr letztes Lebensjahr im Alters- oder Pflegeheim ohne Hospitalisierung. (Bild: Keystone/AP/THOMAS KIENZLE)

(sda)

Die 65-bis 79-Jährigen tun ihren letzten Atemzug am häufigsten im Spital nach mehrmaligem Spitalaufenthalt (ein Viertel). Ein Drittel von ihnen leidet an Tumoren. Die Gruppe der Mehrfachhospitalisierten ist die einzige in der Statistik des Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan), deren Sterbealter im Schnitt unter 80 Jahren liegt.

Die über 80-Jährigen sterben durchschnittlich am häufigsten im Alters- oder Pflegeheim an Herzkreislauferkrankungen, ohne in den 365 Tagen davor hospitalisiert gewesen zu sein. Frauen machen bei diesem Krankheitsverlauf wegen ihrer tieferen Sterblichkeitsrate 72 Prozent aus, das durchschnittliche Sterbealter beträgt 90 Jahre.

Das Obsan erklärt sich den Unterschied zwischen den Betagten und Hochbetagten damit, dass in hohem Alter intensive medizinische Behandlungen aus Kostengründen ausbleiben: Es verweist auf eine Studie, die zum Schluss kam, «dass gewisse schwere Erkrankungen im hohen Alter (...) womöglich nicht mehr gleich konsequent behandelt werden.»

Wichtige Faktoren fehlen noch

Die Obsan-Studie untersuchte die Todesfälle im Jahr 2016 in Heimen und Spitälern - für andere Sterbeorte waren keine Daten erfassbar - und die Aufenthaltsorte in den 365 Tagen vor dem Tod. Durch die neuartige Verknüpfung der Todesdaten mit den Pflegeverläufen sollen die Behörden und Institutionen künftig eine Handhabe dafür haben, um den Pflegebedarf abzuschätzen.

Noch ist es damit nicht soweit, da entscheidende Faktoren nicht in die Rechnung miteinbezogen werden konnten - etwa die vermehrte ambulante Behandlung bei Krebs, die Spitex, betreutes Wohnen und die Angehörigenhilfe. «Es wäre (darüberhinaus) wünschenswert, die vermeidbaren Hospitalisierungen zu quantifizieren.»

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