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Aus für den Circus Nock: «Wir verabschieden uns in tiefer Dankbarkeit»

Der Circus Nock hört nach 158 Jahren auf. Er macht dafür das gewandelte Freizeitverhalten, die schwieriger gewordene Suche nach Spielplätzen sowie die verschärfte Tierschutzauflagen verantwortlich.
Thomas Wehrli

Lichterlöschen beim Circus Nock. Das Familienunternehmen hat sich «schweren Herzens entschieden, den Zirkus bis auf Weiteres nicht mehr weiterzuführen», heisst es in einer Mitteilung vom Freitagvormittag. In der jetzigen Lage könne man den gewohnten hohen Qualitätsstandard nicht mehr gewährleisten.

Premiere des Zirkus Nock 2008 auf der Allmend in Luzern. Franziska und Alexandra Nock in der Manege. (Bild: Adrian Stähli/Archiv LZ)

Premiere des Zirkus Nock 2008 auf der Allmend in Luzern. Franziska und Alexandra Nock in der Manege. (Bild: Adrian Stähli/Archiv LZ)

«Wir verabschieden uns in tiefer Dankbarkeit von unserem treuen Publikum, den Zirkusfans und unseren vielen Unterstützern. Die leuchtenden Augen unserer grossen und kleinen Zuschauer bei unseren unzähligen Auftritten und derjenigen unserer grossartigen Artisten werden für immer in unserer Erinnerung bleiben. Das Zirkusleben und die Zirkusluft werden uns fehlen», heisst es in der Mitteilung und weiter:

«Wir bedauern, unser 160-jähriges Jubiläum nicht mehr mit Ihnen allen feiern zu können.»

Direktorin Franziska Nock bei einer ihrer Pferdenummern. (Bild: Barbara Bamberger/zvg)

Direktorin Franziska Nock bei einer ihrer Pferdenummern. (Bild: Barbara Bamberger/zvg)

Als Grund nennt die Familie das komplexer gewordene Zirkusgeschäft und damit verbundene finanzielle Probleme. «Trotz einer sehr hohen Eigenfinanzierung sind die Defizite gewachsen», schreibt die Familie. Zentrale Plätze in Schweizer Innenstädten und auch in den Gemeinden würden immer mehr zur Mangelware. «Die Plätze werden kleiner, sind nicht mehr immer verfügbar und die Mietpreise sowie die behördlichen Auflagen steigen von Jahr zu Jahr.» Hätten sich Städte und Gemeinden früher auf den Zirkus gefreut, werde einem heute da und dort das Gefühl vermittelt, nur noch geduldet zu sein.

Unter Druck stehen laut der Familie Nock heute ein Zirkusunternehmen noch aus weiteren Gründen. Die gesetzlichen Auflagen punkto Tierschutzes seien verschärft worden. «Tierschützer kritisieren die Tiernummern und die Haltung von Tieren», heisst es weiter. Eine ähnliche Diskussion wird gerade beim Circus Knie geführt. Zudem würden unzählige Unterhaltungsangebote wie Musicals, Konzerte oder Festspiele im Sommer den Zirkus konkurrenzieren. «Dadurch hat ein Zirkus heute den schwierigen Spagat zwischen Nostalgie und Innovation zu meistern.»

(Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

(Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

Einen Strich durch die Rechnung macht dem Zirkusunternehmen auch das warme Wetter im Sommer, denn «niemand will bei diesen Temperaturen in ein Zirkuszelt sitzen». Zunehmende direkte Konkurrenz habe der klassische Zirkus, der von März bis November durch die Schweiz tourt zudem von nationalen und internationalen Akteuren. Für weitere Fragen stand die Familie am Freitag nicht zur Verfügung.

Die Schwestern Alexandra und Franziska Nock leiten gemeinsam den Circus Nock.

«Es ist schwierig geworden, die Leute für Zirkus zu begeistern»,

sagen sie im SommerTalk mit Luca Laube. Zudem sprechen sie über Herausforderungen im Zirkusalltag.

Aus vergangenen Tagen: Circus Nock stellt in Luzern das Zelt auf

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