Coronavirus-Hotline über tausend Mal angerufen

Auf die Hotline für Fragen zum Coronavirus sind bis Montagmittag knapp über tausend Anrufe eingegangen. Dies gab die Medgate, welche die Hotline im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) betreibt, auf Anfrage von Keystone-SDA bekannt.

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Am Genfer Universitätsspital werden seit Mitte Januar Laboranalysen zum Coronavirus durchgeführt. Bisher fielen alle Tests in der Schweiz negativ aus.

Am Genfer Universitätsspital werden seit Mitte Januar Laboranalysen zum Coronavirus durchgeführt. Bisher fielen alle Tests in der Schweiz negativ aus.

KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
(sda)

Die Zahl der Anrufe bezieht sich auf die Zeit der Inbetriebnahme der Hotline am vergangenen Donnerstagnachmittag bis am Montag um elf Uhr. Die Hotline werde eher «moderat» in Anspruch genommen. Im Vergleich zur Hotline bei der Schweinegrippe im Jahr 2009 seien in den ersten Tagen im Fall des Coronavirus nur etwa nur ein Drittel der Anrufe von damals eingegangen.

«Die Anrufer wollen sich grundsätzlich informieren, sind aber nicht beunruhigt», wie der Kommunikationsverantwortliche von Medgate, Cedric Berset, mitteilte. Am meisten Informationsbedarf bestehe bezüglich Reisen in betroffene Länder, hauptsächlich nach Asien.

Fragen zum Ansteckungsrisiko

Ein weiterer Schwerpunkt bildeten Fragen zum Ansteckungsrisiko in der Schweiz. Weiter interessierten sich die Anrufenden für Massnahmen, wie man sich vor Ansteckungen schützen könne, sowie für den Umgang mit dem Virus im Ausland, insbesondere in China selber.

Den Anrufenden werde mitgeteilt, in welchen Ländern derzeit Fälle mit dem Coronavirus bestätigt worden seien. Zudem würden sie dahingehend informiert, dass das Ansteckungsrisiko hauptsächlich nur dann bestehe, wenn man innerhalb von 14 Tagen nach einer Reise in einem betroffenen Gebiet Krankheitssymptome aufweise oder in einem engen Kontakt mit einem vom Coronavirus betroffenen Menschen gestanden sei.

Um eine Ansteckung zu verhindern, werde den Anrufenden geraten, die üblichen Hygienemassnahmen anzuwenden: Dazu gehörten das Händewaschen mit Seife sowie Mund, Nase und Augen möglichst nicht zu berühren. Zudem sollten grössere Menschenansammlungen und Menschen mit einer akuten Atemwegserkrankung nach Möglichkeit gemieden werden.

Labortests in der Schweiz bisher negativ

Der Referenzlabor am Genfer Universitätsspital hat inzwischen bereits 130 Analysen von verdächtigen Patienten vorgenommen. Alle Tests der Verdachtsfälle seien bisher negativ ausgefallen. Das Zentrum für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf ist seit dem vergangenen 16. Januar in der Lage, Proben auf das neue Coronavirus 2019-nCov zu testen.

Das Bundesamt für Gesundheit hat zugesichert, dass die Öffentlichkeit umgehend informiert würde, falls auch in der Schweiz ein Fall mit dem Coronavirus auftreten sollte.