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Christoph Schaub schneidet ein Stück Unendlichkeit aus

Christoph Schaub drehte Publikumserfolge wie «Giulias Verschwinden». Doch der Zürcher hat ebenso ein Faible für anspruchsvolle Dokumentarfilme: Sein neuester, «Architektur der Unendlichkeit», ist ein filmischer Essay und feiert an den Solothurner Filmtagen Premiere.
Erkundet in seinem neuen Dokumentarfilm die Unendlichkeit im räumlich Begrenzten: der Regisseur Christoph Schaub. (Pressebild «Architektur der Unendlichkeit») (Bild: Christoph Schaub)

Erkundet in seinem neuen Dokumentarfilm die Unendlichkeit im räumlich Begrenzten: der Regisseur Christoph Schaub. (Pressebild «Architektur der Unendlichkeit») (Bild: Christoph Schaub)

(sda)

«Kirchen ziehen mich an.» Das sagt Christoph Schaub - er ist bekennender Agnostiker. Das hat den Zürcher Filmemacher nicht daran gehindert, seinen neuen Dokumentarfilm sakralen Bauten zu widmen. «Als gäbe es dort etwas zu finden, das vielleicht nur in solchen Räumen zu finden ist.»

Von Religion handelt «Architektur der Unendlichkeit» dennoch nicht; vielmehr von Räumen, «die uns Schutz geben vor der Weite und gleichzeitig ein Gefühl von Weite schaffen», wie Schaub in seinem Film erklärt. Dieser feiert am (heutigen) Freitag im Rahmen der 54. Solothurner Filmtage seine Premiere und ist für den Publikumspreis nominiert. Ab dem 31. Januar ist das Werk zudem in den Kinos zu sehen.

Schaub hat sich neben seinen Spielfilmen - von ihm stammt neben «Giulias Verschwinden» (2009) auch «Sternenberg» (2004) - bereits einen Namen gemacht mit Architektur-Filmen: So drehte er etwa «Bird's Nest - Herzog & de Meuron in China» oder ein Porträt über den Architekten Peter Zumthor.

Das erste Raumerlebnis eines Kindes

In «Architektur der Unendlichkeit» seziert Schaub filmisch Gotteshäuser oder Museen renommierter Architekten wie Zumthor oder Alvaro Siza Vieira: Immer wieder gewährt die Kamera (Ramòn Giger) neue Blicke auf die Bauten, sei es mittels ungewöhnlicher Perspektiven oder Details. Im Falle von Zumthor ist dies die Bruder-Klaus-Feldkapelle im deutschen Mechernich-Wachendorf oder das Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln.

Daneben lässt Schaub die Architekten selbst zu Wort kommen. Etwa Zumthor wird in seinen Erläuterungen sehr fundamental, wenn er erklärt, dass das Raumerlebnis damit starte, aus einem unendlichen Raum ein Stück auszuschneiden und einzurahmen. «Das tut man, wenn man die erste Hütte baut.» Diese Aussage illustriert Schaub mit Szenen von Kindern, die kleine Kunstwerke aus Sand erschaffen oder eine Hütte im Wald erkunden.

Für die musikalische Untermalung seines Films engagierte Schaub den Schweizer Weltklasse-Schlagzeuger Jojo Mayer - auch er spürt mit seinen Rhythmen, die er im Film teilweise live in den Kirchen spielt, einer Unendlichkeit nach.

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