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Bundesrat bestätigt Beschaffungspläne für Kampfjets und Luftabwehr

Der Bundesrat hat seine Pläne für die Luftverteidigung in die Vernehmlassung geschickt. Die Eckwerte waren bereits bekannt: Das Volk soll über die Milliarden für Kampfjets und Fliegerabwehr-Raketen abstimmen, nicht aber über die gewählten Modelle.
Für die neue Flotte prüft die Schweizer Luftwaffe fünf Kampfflugzeuge. Auf der Shortlist ist auch der F-35-Tarnkappenjet aus den USA. (Bild: KEYSTONE)

Für die neue Flotte prüft die Schweizer Luftwaffe fünf Kampfflugzeuge. Auf der Shortlist ist auch der F-35-Tarnkappenjet aus den USA. (Bild: KEYSTONE)

(sda)

Das Paket, das an die Urne kommt, hat der Bundesrat schon letzten November geschnürt. Dieses enthält neue Kampfjets, die ab 2025 die F/A-18 ablösen sollen. Neue Boden-Luft-Raketen ersetzen die heute eingesetzten Luftverteidigungssysteme. Die Kosten belaufen sich auf maximal 8 Milliarden Franken.

Im März beschloss der Bundesrat, dem Volk den Grundsatzentscheid zu überlassen. Erstmals will er dem Parlament einen so genannten Planungsbeschluss von grosser Tragweite vorlegen. Ein solcher würde dem fakultativen Referendum unterstehen. Ein allfälliger Urnengang findet voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020 statt.

Welches Kampfflugzeug und welches Luftverteidigungssystem gekauft wird, entscheidet der Bundesrat erst nach der Abstimmung. Damit vermeidet er eine öffentliche Debatte über die Typenwahl und mögliche Mängel. Eine solche Diskussion hatte 2014 den Gripen zum Absturz gebracht.

Shortlist bestätigt

Immerhin gibt es schon eine engere Auswahl. Evaluiert werden der Gripen E des schwedischen Herstellers Saab, der Rafale von Dassault und der Eurofighter von Airbus. Aus den USA sind die F/A-18 Super Hornet und das Tarnkappenflugzeug F-35A von Lockheed Martin im Rennen.

Wie viele Flugzeuge gekauft werden sollen, hängt von der Typenwahl respektive dem Preis ab. Voraussichtlich sind 30 bis 40 Flugzeuge nötig, um die vom Verteidigungsdepartement VBS formulierten Anforderungen zu erfüllen. Auf so viele Maschinen beziehen sich auch die Offertanfragen, die im Juli an die Hersteller gehen.

Für die Boden-Luftverteidigung kommen die Patriot-Raketen des US-Herstellers Raytheon in Frage, ausserdem die mit Aster-Raketen bestückte Waffenplattform SAMP/T des europäischen Konsortiums Eurosam und das System David's Sling, das vom israelischen Herstellers Rafael zusammen mit Raytheon entwickelt worden ist.

Neue Flugzeuge ab 2025

Die Typenwahl will der Bundesrat im Lauf des Jahres 2020 treffen. Das Parlament soll mit dem Rüstungsprogramm 2022 über die Beschaffung entscheiden. Die neue Flugzeuge würden zwischen 2025 und 2030 ausgeliefert. Bis dahin müssen in erster Linie die verbleibenden F/A-18 den Schweizer Luftraum schützen.

Gemäss dem Planungsbeschluss muss auch die Beschaffung der Boden-Luft-Raketen bis 2030 abgeschlossen sein. Darin hält der Bundesrat auch fest, dass 100 Prozent des Vertragswertes durch Gegengeschäfte in der Schweiz kompensiert werden müssen.

Zum Gesamtpaket Air2030 gehören auch ein neues Führungssystem sowie Werterhalt und Ersatz von Radarsensoren. Diese werden vorab und unabhängig von den grossen Systemen beschafft. Die Vernehmlassung dauert bis am 22. September 2018.

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