Bund hilft und fordert Mithilfe in Corona-Krise

Der Bund lässt in der Corona-Krise weder die Bevölkerung noch die Wirtschaft im Stich. Das betonen drei Bundesratsmitglieder in der Sonntagspresse. Gleichzeitig appellieren sie an die Solidarität der Bevölkerung. Nur so könne die Ausbreitung des Virus gebremst werden.

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Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (M.), Gesundheitsminister Alain Berset (l.) und Wirtschaftsminister Guy Parmelin (r.) appellieren in der Corona-Krise an die Solidarität der Bevölkerung.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (M.), Gesundheitsminister Alain Berset (l.) und Wirtschaftsminister Guy Parmelin (r.) appellieren in der Corona-Krise an die Solidarität der Bevölkerung.

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
(sda)

«Jetzt braucht es alle, die mitmachen, jeden Einzelnen von uns. Es braucht Solidarität» sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Dazu gehöre, dass man sich für einige Zeit einschränke. «Tun wir das nicht, wird es noch schwieriger.»

«Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, die wir nur gemeinsam bewältigen können», sagte auch Wirtschaftsminister Guy Parmelin im «SonntagsBlick». «Wir sollten uns alle an die empfohlenen Verhaltensregeln halten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.»

Gesundheitsminister Alain Berset bezeichnete die aktuelle Situation als ernst. Aber «wir müssen keine Angst haben», sagte Berset in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Es gilt, ruhig zu bleiben, konzentriert und entschlossen weiter an der Krisenbewältigung zu arbeiten und dabei bescheiden und flexibel zu bleiben.»

Sorge wegen Einhaltung von Empfehlungen

Auf die Frage, was ihm derzeit am meisten Sorgen bereite, sagte Berset: «Dass gewisse Leute denken, sie seien nicht betroffen, und sich daher nicht an unsere Hygiene- und Verhaltensempfehlungen halten.» Auch Berset machte deutlich, dass nun die Mithilfe und Solidarität aller Bürger nötig sei, um die weitere Ausbreitung zu bremsen und so die Älteren sowie die gesundheitlich Angeschlagenen zu schützen.

Sommaruga hingegen zeigte sich überzeugt davon, dass die meisten das verstanden hätten und sich an die neuen Verhaltensregeln halten werden. Sie betonte auch, dass der Bund die Bevölkerung und die Wirtschaft in der Krise nicht alleine lassen wird: «Wir kümmern uns um die Menschen, um die Gesundheit und die Arbeitsplätze. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten dazu - medizinisch und auch finanziell.»

Sommaruga kündigte dabei weitere finanzielle Hilfe an, für den Fall, dass sich die Krise weiter verschärft «Es ist klar, dass das Problem eine noch grössere Dimension annehmen kann und dass dann weitere Unterstützung nötig wird», sagte die Bundespräsidentin.

«Werden tun, was notwendig ist»

Bei der Bewältigung der Folgen für die Wirtschaft bemühe sich der Bundesrat «um eine bestmögliche Abfederung», sagte auch Parmelin. Den Unternehmen und Angestellten sicherte er rasche Hilfe zu: «Die Kurzarbeitsentschädigung hat sich in der Vergangenheit bewährt. In diesem Bereich stehen derzeit rund acht Milliarden Franken zur Verfügung, um die momentane Situation durchzustehen. Den KMU mit finanziellen Engpässen stehen ab sofort bis zu 580 Millionen Franken an Bankkrediten zur Verfügung.»

Daneben wolle der Bundesrat als Soforthilfe für Härtefalllösungen für Unternehmen oder Selbständigerwerbende fürs Erste rund eine Milliarde zur Verfügung stellen. Auch für die Betroffenen in Kultur und Sport werde es spezifische Unterstützungslösungen geben, sagte Parmelin.

Sollten die beschlossenen zehn Milliarden Franken nicht reichen, werde der Bund nachlegen.» Wir werden tun, was notwendig ist. Wir stehen erst am Anfang und wissen nicht, wie lange diese Situation andauern wird. Wir müssen schauen, wie hoch der Bedarf ausfällt. Ist dieser höher als derzeit angenommen, ist auch mehr Geld zu sprechen.»