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Brunetti sieht Too-big-to-fail-Problem schon bald gelöst

Staatshilfe für eine Grossbank soll in der Schweiz kein Thema mehr sein. Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti sieht das Too-big-to-fail-Problem schon bald gelöst - zumindest vom Konzept her.
Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti zu 10 Jahre Finanzkrise: «Diese Unvermeidlichkeit der UBS-Rettung hat mich schockiert.» (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti zu 10 Jahre Finanzkrise: «Diese Unvermeidlichkeit der UBS-Rettung hat mich schockiert.» (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda/awp)

Als letzter Schritt müssen die Banken ihre Notfallpläne bis Ende 2019 der Finanzmarktaufsicht Finma vorlegen.

«Wenn die Finma diese Pläne akzeptiert, haben wir einen Plan für eine schwere Krise», sagte Brunetti, der die entsprechende Regulierung mitgeprägt hat, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. «Das ist das Maximum, das man erreichen kann.» Denn man wolle ja nicht in die Situation kommen, den Krisenfall tatsächlich durchzuspielen.

Grossbanken müssen heute genug Eigenkapital vorhalten, um Verluste absorbieren zu können. Sie müssen aber auch organisatorisch so aufgestellt sein, das sie im Krisenfall aufgeteilt werden können, so dass die systemrelevanten Teile überleben. Die Regulierung ist eine Reaktion auf die Finanzkrise, bei der die UBS mit Steuergeldern gerettet werden musste.

«Diese Unvermeidlichkeit der UBS-Rettung hat mich schockiert», erinnert sich Brunetti, der damals im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Direktion für Wirtschaftspolitik leitete. Ein Unternehmen, das falsch investiere und falsche Entscheidungen treffe, müsse im Extremfall Konkurs gehen können. Trotzdem hätte man damals die Bank nicht fallen lassen können.

Laut Brunetti besteht das Risiko einer neuen Krise. Grund dafür sei die extreme Versorgung mit Liquidität durch die Zentralbanken, die die Preise aller Anlageklassen aufgeblasen habe.

Dennoch müsse das nicht unbedingt zu einer Finanzkrise führen. Die Banken könnten Verluste heute besser auffangen. «Es könnte daher sein, dass bei einem starken Einbruch vor allem private Investoren und Pensionskassen verlieren könnten.» Das würde wie beim Platzen der Dotcom-Blase zumindest keine Finanzkrise auslösen.

Den Finanzplatz sieht Brunetti trotz der verschärften Wettbewerbs als attraktiv aufgestellt im internationalen Vergleich. «Es hat kein Exodus von Bankgeschäften stattgefunden und es wurden netto auch nicht im grossen Stil Vermögen abgezogen, obwohl das damals bei der Aufgabe des steuerlichen Bankgeheimnisses befürchtet wurde.» Den Rufen nach einer Lockerung der Too-big-to-fail-Regulierung erteilt er eine Absage: «Alles was wir machen, ist das notwendige Minimum.»

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