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Bis zu 130'000 Kinder dürften gemäss Studie Opfer von Gewalt sein

Bis zu 130'000 Kinder dürften in der Schweiz Opfer von gewalttätigen Erziehungsmassnahmen durch ihre Eltern sein. Eine klare Minderheit wendet täglich Körperstrafen an, wie aus der Studie hervorgeht.
Ein Kind wird zu Hause geohrfeigt. Gemäss Schätzungen einer Studie sind in der Schweiz bis zu 130'000 Kinder in der Erziehung regelmässig Opfer von Gewalt. (Bild: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

Ein Kind wird zu Hause geohrfeigt. Gemäss Schätzungen einer Studie sind in der Schweiz bis zu 130'000 Kinder in der Erziehung regelmässig Opfer von Gewalt. (Bild: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

(sda)

Rund die Hälfte der Eltern wendet in der Erziehung Körperstrafen an, psychische Gewalt sogar 70 Prozent. Fast 95 Prozent der befragten Eltern gaben an, selten oder gar nie körperliche Gewalt anzuwenden, heisst es in der am Dienstag publizierten Studie «Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz» der Universität Freiburg.

Eskalierende Situationen lösen Gewalt aus

Die verbreitetste Form von Körperstrafen sind Schläge auf den Hintern mit der Hand. Weniger häufig ist das Schlagen mit Gegenständen oder auch das kalt Abduschen.

Eltern schlagen ihre Kinder oft in eskalierenden Situationen. Dieser Befund unterstreiche die Wichtigkeit einer Sensibilisierung für unangemessenes, Gewalt beinhaltendes Verhalten, stellen die Studienautoren fest. Das stütze die Bedeutung von Regeln zur Prävention eskalierender Eltern-Kind-Interaktionen.

Rund sieben von zehn Befragten gaben an, zumindest in seltenen Fällen psychische Gewalt anzuwenden. Immerhin sagten fast zwei Drittel dieser Personen, dies selten oder sehr selten zu tun, beziehungsweise lag dies bei mehr als der Hälfte der Befragten länger als einen Monat zurück.

Die häufigste Form psychischer Gewalt ist, dem Kind mit Worten weh zu tun und es heftig zu beschimpfen, aber auch das Drohen mit Schlägen kommt häufig vor, gefolgt von Liebesentzug. Weniger häufig drohen Eltern ihren Kindern damit, sie wegzugeben.

Die Studienautoren stellen fest, dass die Leistungsfähigkeit und Gesundheit zukünftiger Generationen durch eine deutliche Reduktion der Anwendung psychischer Gewalt verbessert werden könnte.

Fortschritte seit 1990

Die 130 Seiten umfassende Studie der Universität Freiburg im Auftrag von Kinderschutz Schweiz ist die dritte ihrer Art nach 1990 und 2003. Der Vergleich mit den vorherigen Studien zeigt, dass insgesamt ein bedeutsamer, andauernder Rückgang der Gewalthäufigkeiten zu beobachten ist. Dieser sei schon zwischen 1990 und 2003 feststellbar gewesen und habe sich seit 2003 in ähnlichem Tempo fortgesetzt, heisst es in der Mitteilung.

Dahinter steht laut der Studie vor allem der Trend, dass vermehrt Eltern vollständig auf Gewalt verzichten und gleichzeitig weniger Eltern häufig Gewalt ausüben. Körperstrafen nahmen dabei vor allem bei Eltern mit jüngeren und mehreren Kindern ab.

Als Grundlage dieser Untersuchung dienten Daten einer Stichprobenerhebung bei insgesamt 1523 Personen.

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