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Berichte bestätigen erhebliche Mängel beim Freiburger Spital

Bei den öffentlichen Spitälern des Kantons Freiburg ("Freiburger Spital» HFR) gibt es «erhebliche Mängel» bei der Kostenrechnung, dem Budgetverfahren und im Lohnsystem. Das zeigen zwei neue Berichte des kantonalen Finanzinspektorats.
Das Freiburger Spital hat selber Pflege nötig. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Das Freiburger Spital hat selber Pflege nötig. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Wie die Freiburger Kantonsregierung am Freitag mitteilte, führte das HFR bisher eine «kaum brauchbare Kostenrechnung» mit Daten, «die weder verifiziert noch harmonisiert werden.» Da diese Rechnung auch nur einmal pro Jahr abgeschlossen werde, tauge sie nicht als Management-Instrument.

Die Budgetaufstellung folgt keinem formalisierten Verfahren. In der Mitteilung ist von «grossen Ungenauigkeiten» die Rede. Und bei den Gehältern war das HFR bisher grosszügiger als die kantonale Zentralverwaltung. Ausserdem zeigte eine Überprüfung von 159 Anstellungsdossier, das fast die Hälfte dieser Personen kein Pflichtenheft bekommen hat.

Massnahmen gefordert

Georges Godel, Freiburgs Finanzdirektor und aktueller Staatsratspräsident, sagte am Freitag in Freiburg vor den Medien, die Zweifel des Staatsrats am bisherigen Finanzmanagement des HFR hätten sich insofern bestätigt. Der Staatsrat erwartet nun vom neuen Generaldirektor «unverzüglich operative Sofortmassnahmen».

Den Verwaltungsrat fordert der Staatsrat auf, ihm bis Ende August 2018 einen Plan zur Umsetzung verschiedener Massnahmen vorzulegen.

Ende Juni wurde Marc Devaud zum neuen Generaldirektor der Freiburger Spitalgruppe ernannt. Er ersetzte Claudia Käch, die im Februar dieses Jahres «im gegenseitigen Einvernehmen» gegangen war. Damals wurde bekannt, dass eine externe Untersuchung Führungsprobleme an den Tag gebracht hatte.

Auch finanzielle Probleme

Die HFR-Gruppe steckt in schwierigen finanziellen Verhältnissen, mit einem kumulierten Verlust von 21,7 Mio. Franken Ende 2017. Dem Freiburger Spital stehen auch Änderungen in der Betriebsführung bevor: Der Staatsrat hat die entsprechende Gesetzesänderung in die Vernehmlassung gegeben.

Die Spitalgruppe ist an fünf Standorten präsent. Wichtigster Standort ist Freiburg, wo das sogenannte Kantonsspital steht.

Spital relativiert

Der HFR-Verwaltungsrat teilte am Freitag mit, er sei leider zum Finanzbericht nicht angehört worden. Deshalb müssten beispielsweise die Aussagen zur grosszügigen Entlöhnung des Spitalpersonals relativiert werden. Es gebe spitalspezifische Funktionen, welche im Funktionskatalog des Staats keine Entsprechungen fänden.

Bereits im Sommer 2017 sei eine Taskforce zur Optimierung sämtlicher Prozesse geschaffen worden. Es gebe Effizienzsteigerungen. Das finanzielle Gleichgewicht des HFR sei durch die Reduktion der Fakturierungstarife seit 2012 und zusätzliche Lohnkosten wegen kantonaler Gesetze belastet worden.

Gewerkschaften fordern Demission

Die Gewerkschaft VPOD und die Föderation der Personalverbände der Staatsangestellten des Kantons Freiburg (Fede) verlangten am Freitag den Rücktritt von HFR-Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud. Schliesslich habe der HFR-Verwaltungsrat seinerzeit mit Verweis auf die Finanzen die Spitalwäscherei und die Kinderkrippe privatisiert. Die neuste Entwicklung zeige, dass diese Entscheide auf der Basis von fehlerhaften Daten getroffen worden seien.

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