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Bei CH Media werden 200 Vollzeitstellen abgebaut

In der Schweizer Medienbranche kommt es erneut zu einem Stellenabbau. Das Unternehmen CH Media, ein Joint Venture zwischen AZ Medien und NZZ-Regionalmedien, will 200 Vollzeitstellen in den kommenden zwei Jahren streichen.
Das Zusammengehen der AZ Medien und der NZZ-Regionalmedien führt zu einem Abbau von 200 Vollzeitstellen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Das Zusammengehen der AZ Medien und der NZZ-Regionalmedien führt zu einem Abbau von 200 Vollzeitstellen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

Damit möchte das Medienunternehmen nach eigenen Angaben die Kosten um 10 Prozent oder 45 Millionen Franken reduzieren. Man reagiere auf die «weiterhin äussert angespannte Marktsituation», teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Man leide wie alle Medienhäuser insbesondere unter sinkenden Werbe- und Abonnementserträgen.

Betroffen vom Stellenabbau sind alle Bereiche von CH Media - also Redaktion, Verwaltung, Finanzen und Technik. Das Ziel sei die Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen, um die Zukunftsfähigkeit von CH Media zu sichern, hiess es.

Das drittgrösste private Medienhaus der Schweiz beschäftigt derzeit rund 2200 Mitarbeitende (1900 Vollzeitstellen). Das Gemeinschaftsunternehmen der AZ Medien und der NZZ-Regionalmedien gibt unter anderem die «Aargauer Zeitung», die «Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt» heraus.

Kündigungen und Sozialplan

Ein Teil des Stellenabbaus soll gemäss CH Media durch Fluktuation erreicht werden. Es werde aber auch zu Kündigungen kommen. Über Einzelheiten zum Stellenabbau könne man derzeit noch keine Angabe machen, hiess es bei der Medienstelle auf Anfrage von Keystone-SDA.

Alle Massnahmen würden so sozialverträglich wie möglich umgesetzt. CH Media setze alles daran, die betroffenen Mitarbeitenden bei einer beruflichen Neuorientierung zu unterstützen. Ein Sozialplan werde zur Anwendung kommen.

Geplant ist eine Zentralredaktion für die überregionalen Themen der Zeitungen. Es sei klar, dass die sogenannte Mantelredaktion zusammengeführt werde, sagte Unternehmenschef Axel Wüstman dem Branchenportal persoenlich.com: «Wo die Mantelredaktion sein wird, wissen wir noch nicht.» Die regionale Verwurzelung der Redaktionen wolle man natürlich erhalten.

80 Marken, 25 Standorte

Das Medienunternehmen mit mehr als 80 Marken ist seit Anfang Oktober operativ tätig. An der neuen Aktiengesellschaft sind die AZ Medien und die NZZ-Regionalmedien zu gleichen Teilen beteiligt.

Mit 480 Millionen Franken Umsatz erreicht das neue Medienunternehmen rund zwei Millionen Menschen. Das auf zwei Jahre angesetzte Integrationsprogramm ist gemäss CH Media darauf angelegt, die beiden Unternehmen mit über 25 Standorten zu integrieren.

Zu CH Media gehören neben den Regionalzeitungen auch Onlineportale, Radio- und TV-Stationen sowie Zeitschriften. Ins Unternehmen reihen sich alle Einheiten der AZ Medien ein - mit Ausnahme des Onlineportals Watson.

Die NZZ-Mediengruppe integrierte ihr gesamtes Regionalmediengeschäft in CH Media. Auch die Druckereien der beiden Unternehmen sind Teil davon. Nicht Bestandteil sind die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien der NZZ-Mediengruppe sowie die konzessionierten Radio- und TV-Sender beider Unternehmen.

Syndicom: «gigantisches Sparprogramm»

Von einem «gigantischen Sparprogramm» spricht die Gewerkschaft Medien und Kommunikation, Syndicom. Der Umfang des Abbaus müsse revidiert, und ernsthafte Alternativen müssten gesucht werden, heisst es in einer Stellungnahme. Die kürzlich gewählte neue Personalkommission des Gesamtunternehmens sei mit einer riesigen Herausforderung konfrontiert.

Der angekündigte Zeitraum von zwei Jahren für die Umsetzung des Sparprogramms solle eingehalten und nicht wie von anderen Medienunternehmen unterschritten werden. Gebrochene Zusicherungen, Brutalität im Vorgehen, versuchte Verhandlungsverweigerung und unfaire Sozialplanentwürfe hätten bei anderen Medienunternehmen in diesem Jahr zu kollektiven Arbeitskonflikten geführt.

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