Aussergewöhnlich milder Februaranfang in der Schweiz

Früher als kalt bekannt, hat der Februar in der Schweiz aussergewöhnlich mild begonnen. Nach den höchsten Mindesttemperaturen mancherorts am Sonntag, kratzte auch der Montag an den Rekorden.

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Dürfte auch in den kommenden Tagen ein häufiges Phänomen sein: Vom Wind umgedrehter Regenschirm, hier im Dezember in Genf.

Dürfte auch in den kommenden Tagen ein häufiges Phänomen sein: Vom Wind umgedrehter Regenschirm, hier im Dezember in Genf.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
(sda)

Wädenswil ZH erwachte am Morgen zu 11,6 Grad, Tänikon TG mass 11,2. Weit verbreitet war es im Mittelland zwischen 11 und 13 Grad, wobei die Temperaturen gegen Westen hin höher lagen. In Luzern liess die feuchte und warme Atlantikluft am Morgen das Thermometer auf 13,3 Grad steigen.

Nach Auskunft von Meteoschweiz liegt dies weit über den normalen Werten für den Februaranfang. Luzern misst als Tagesminimum in der aktuellen Jahreszeit gewöhnlich minus 2 Grad und eine Durchschnittstemperatur von 1,4 Grad.

Im Süden war es am Montag mit Nordföhn beinahe sommerlich warm, wie Meteonews am Abend meldete. In Biasca fehlten mit 24,1 Grad nur 0,9 Grad für einen Sommertag. In Grono GR und Locarno-Magadino wurden beispielsweise 23,9 Grad gemessen. Für Grono bedeutet dies neben einem neuen Februarrekord auch einen Rekord für alle drei Wintermonate.

Sturm im Anmarsch

Waren schon Sonntag und Montag recht windig, sind besonders in der zweiten Nachthälfte von Montag auf Dienstag Stürme zu erwarten. Die aktive Front bläst aus nordwestlicher Richtung kalte Luft in die Schweiz. Die Temperaturen dürften damit bis Dienstagmorgen auf der Alpennordseite auf 3 Grad sinken.

Meteoschweiz gab wegen der zu erwartenden heftigen Sturmwinde eine Warnung der Stufe drei für die ganze Schweiz aus. Das bedeutete eine erhebliche Gefahr. Am Alpennordhang und im Nordtessin ist ausserdem bis am Mittwochmittag mit starkem Schneefall zu rechnen.

In den Bergen oberhalb von 1800 bis 2000 Metern über Meer war mit Böenspitzen zwischen 120 und 150 Stundenkilometern zu rechnen, an exponierten Stellen mit 170 Stundenkilometern. Im nördlichen Flachland oberhalb von 600 Metern dürften die Spitzenwerte zwischen 80 und 100 Kilometer erreichen. In den Alpentälern und im übrigen Flachland rechneten die Meteorologen mit Böenspitzen von 90 bis 120 Stundenkilometern.

Auf der Alpensüdseite und im Engadin stand ebenfalls ein starker Sturm bevor. In den Bergen werden mit dem Nordsturm Spitzen von bis zu 140 Stundenkilometern erwartet. In den Niederungen der Alpensüdseite sorgt stürmischer Nordföhn für Böenspitzen bis 100 Stundenkilometer.