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Antisemitismus in der Westschweiz im Internet auf dem Vormarsch

Die Genfer Koordinationsstelle gegen Antisemitismus und Diffamierung (CICAD) warnt in der Romandie vor einer Zunahme antisemitischer Vorfälle im Internet. Immer öfter würden soziale Medien benutzt, um Menschen aufgrund ihrer Andersartigkeit zu verunglimpfen.
Die Zahl antisemitischer Handlungen in der Romandie ist 2018 gestiegen. Immer öfter werden die sozialen Netzwerke für Beleidigungen genutzt. (Bild: Keystone/DPA/FEDERICO GAMBARINI)

Die Zahl antisemitischer Handlungen in der Romandie ist 2018 gestiegen. Immer öfter werden die sozialen Netzwerke für Beleidigungen genutzt. (Bild: Keystone/DPA/FEDERICO GAMBARINI)

(sda)

Knapp zwei Drittel der 2018 in der französischsprachigen Schweiz registrierten antisemitischen Handlungen wurden in sozialen Netzwerken verübt, wie die Organisation in ihrem Dienstag veröffentlichten Jahresbericht ausweist. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Zunahme von 46 Prozent.

Insgesamt stieg die Zahl antisemitischer Vorfälle in der Westschweiz 2018 um 16 Prozent auf 174 Fälle. Das ist deutlich weniger als noch 2014, als 270 Fälle registriert worden waren.

Die CICAD hob in ihrem Jahresbericht zwei besonders schwerwiegende Fälle von Antisemitismus hervor. Im ersten wurde ein Kippa tragender Mann von einem Palästinenser ohne Aufenthaltsrecht in der Schweiz angegriffen und geschlagen.

Der zweite schwere Vorfall ereignete sich in einem Restaurant in Neuenburg. Ein Tischnachbar fragte einen jungen Mann, ob er Jude sei. Als dieser die Frage mit Ja antwortete, wurde er auf heftigste Weise beleidigt.

Die CICAD teilte zudem mit, dass sie den französischen Komiker Dieudonné angezeigt habe. Dieser habe «die rote Linie überschritten», als er bei seiner letzten Show im Théâtre de Marens in Nyon VD im vergangenen Januar Hassreden gegen Juden gehalten den Holocaust angezweifelt habe.

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