37 bis 94 Prozent weniger Zugpassagiere wegen Corona in Europa

Leben in vollen Zügen - das war einmal: Im zweiten Quartal 2020 ist die Anzahl Zugpassagiere in Europa um bis zu 94 Prozent gegenüber dem Corona-freien Vergleichszeitraum 2019 zurückgegangen. Mit einem Minus von 57 Prozent liegt die Schweiz im Mittelfeld.

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Zugsreisende am 6. Juli 2020 im Bahnhof Luzern. Durchschnittlich lag zu diesem Zeitpunkt in Europa das Passagieraufkommen in der Bahn um 57 Prozent tiefer als im Corona-freien Vergleichszeitraum 2019.

Zugsreisende am 6. Juli 2020 im Bahnhof Luzern. Durchschnittlich lag zu diesem Zeitpunkt in Europa das Passagieraufkommen in der Bahn um 57 Prozent tiefer als im Corona-freien Vergleichszeitraum 2019.

Keystone/URS FLUEELER
(sda)

Mit Abstand am häufigsten wurde in Irland auf die Eisenbahn verzichtet: Mit 94 Prozent weniger Passagieren und sogar 95 Prozent weniger gefahrene Kilometern führt die Grüne Insel die Rangliste des Europäischen Statistischen Amts Eurostat vom Donnerstag an. Dahinter folgen Frankreich, Spanien und Luxemburg mit je 78, Italien mit 77 und Griechenland mit 70 Prozent weniger Bahnfahrern.

Mit einem 57-prozentigen Rückgang liegt die Schweiz ziemlich genau im Durchschnitt - zusammen mit Deutschland, Ungarn, Slowenien, Litauen, Schweden, Dänemark und Estland, wo die Anzahl Schienenverkehr-Nutzer um 59 bis 55 Prozent zurückgegangen ist.

Eine riesengrosse und einsame Ausnahme bilden die Niederlande, wo nur 0,2 weniger Leute Zug gefahren sind als in der Corona-freien Zeit. Ein Grund mag sein, dass in dem Land nach einer ersten Welle Mitte März bis Ende April die Zahl der Neuinfektionen stark sank und erst Mitte Juli wieder zu steigen begann.

In keinem anderen europäischen Land blieb der Zug als Verkehrsmittel auch nur annähernd so beliebt wie in Holland. Bulgarien als zweitletztes Land in der Statistik verzeichnete einen Rückgang von 37 Prozent, gefolgt von Rumänien mit 47, Tschechien mit 48 sowie Lettland und Finnland mit 52 Prozent weniger Bahnkunden.