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2,1 Prozent mehr Scheidungen im 2018 - Ausländer vermehrt betroffen

Nach einem Rückgang 2017 hat die Zahl der Scheidungen in der Schweiz wieder angezogen: 16'200 Paare lösten 2018 ihr Ehegelöbnis, das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Ehen zwischen Ausländern sind besonders instabil: Hier betrug die Steigerung fast ein Viertel.
Die Scheidungsrate ist letztes Jahr leicht gestiegen. Vor allem Ehen zwischen ausländischen Partnern brechen überdurchschnittlich oft. (Bild: Keystone/DPA dpa/A3276/_MARTIN GERTEN)

Die Scheidungsrate ist letztes Jahr leicht gestiegen. Vor allem Ehen zwischen ausländischen Partnern brechen überdurchschnittlich oft. (Bild: Keystone/DPA dpa/A3276/_MARTIN GERTEN)

(sda)

Ehen zwischen Partnern ohne Migrationshintergrund oder mit nur einem nichtschweizerischen Partner wurden dagegen seltener geschieden als letztes Jahr: Im ersten Fall sank die Scheidungsrate um 6,1 Prozent, im zweiten um 0,9 Prozent, wie provisorische Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen. Die durchschnittliche Ehedauer liegt stabil bei 15 Jahren.

Sollte sich der Trend fortsetzen, rechnet das BFS damit, dass knapp 40 Prozent der gegenwärtigen Ehen auseinanderbrechen werden. Das ist leicht mehr als der letztes Jahr berechnete Schnitt, aber weniger als im Zehnjahresvergleich, als die Scheidungsziffer in manchen Jahren über 50 Prozent lag. Bis Mitte der 1960er Jahre habe sich die Scheidungsrate jeweils parallel zur Bevölkerungszunahme entwickelt, so das BFS, danach stieg sie deutlich.

Bindungsbereitschaft sinkt

Geheiratet wurde letztes Jahr 39'800 Mal, also 2 Prozent seltener als im Jahr davor. Diese Zahl ist über die Jahre hinweg stabil und beträgt seit Mitte der 1990er immer etwa um die 40'000. In Anbetracht des Bevölkerungswachstums nimmt also die Heiratswilligkeit ab.

Gesunken ist letztes Jahr auch die Anzahl an eingetragenen Partnerschaften, um 13,3 Prozent auf 700. Aber auch das ist nicht unbedingt signifikant: Die Zahl der Eintragungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften liegt seit 2010 immer so um 700 herum.

Wenig Aufregendes auch bei der Geburtenrate. Sie sank um 2,4 Prozent von 87'400 auf 85'300. Durchschnittlich hat eine Frau 1,47 Kinder und ist bei der ersten Geburt 30,9 Jahre alt. Das Alter der Erstgebärenden steigt seit Jahren kontinuierlich, aber gemächlich: 2001 betrug es noch 28,9 Jahre.

Der Geburtenüberschuss machte 2018 um die 18'600 aus, was einem Rückgang von neun Prozent entsprach. Unter dem Strich wuchs die Wohnbevölkerung gemäss BSF dennoch.

Weniger uneheliche Kinder

Der Eindruck, dass statistisch gesehen die Familienplanung in der Schweiz relativ solid ist, zeigt sich auch bei den unehelichen Kindern: Erstmals seit 2002 ist ihre Anzahl gesunken, von 22'000 auf 21'400, also um knapp drei Prozent. Jedes vierte Kind kommt in der Schweiz unehelich zur Welt.

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