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Virtueller Blick auf Romantik-Ikone: Den «Mönch am Meer» besuchen

Museen öffnen ihre Schätze zunehmend einer virtuellen Welt. Dadurch bekommen Besucher oft ganz neue Einblicke. Nun gibt mit Caspar David Friedrichs «Mönch am Meer» eine Ikone der Romantik ihre Geheimnisse preis.
Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin, und Yvette Deseyve, Kuratorin der Ausstellung «Mit dem Mönch am Meer - Caspar David Friedrich in Virtual Reality» vor dem Original: Bis zum 30. Juni können Besucher das Werk virtuell mit Hilfe einer 3D-Brille erleben. (Bild: Keystone/DPA/JÖRG CARSTENSEN)

Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin, und Yvette Deseyve, Kuratorin der Ausstellung «Mit dem Mönch am Meer - Caspar David Friedrich in Virtual Reality» vor dem Original: Bis zum 30. Juni können Besucher das Werk virtuell mit Hilfe einer 3D-Brille erleben. (Bild: Keystone/DPA/JÖRG CARSTENSEN)

(sda/dpa)

Da steht er, am leeren Sandstrand, kaum mehr als einen Meter entfernt, der «Mönch am Meer». Er wirkt in sich gekehrt, sehr verschlossen. Und einsam. Die Figur wurde von Caspar David Friedrich (1774-1840) geschaffen. Als Maler war er der wichtigste deutsche Romantiker. Sein «Mönch am Meer» gilt als Ikone der Epoche: Sinnbild von radikaler Einsamkeit und innigster Natursuche.

Mit einer virtuellen Version erlaubt die Alte Nationalgalerie ihren Besuchern in Berlin während der Ausstellung «Mit dem Mönch am Meer - Caspar David Friedrich in Virtual Reality» bis zum 30. Juni nicht nur ein Treffen mit dem rätselhaften Mönch.

Verborgene Skizzen werden sichtbar

Die computergestützte Reise in die Bilderwelt ermöglicht auch Blicke, die meist nur Restauratoren vorbehalten sind: Die High-Tech-Brille lässt Friedrichs sonst verborgene Skizzen unter dem bekannten Bild erscheinen.

In Berlin haben sich Museumsleiter Gleis und seine Kuratorin Yvette Deseyve mit Virtual-Reality-Experten (VR) von High Road Stories und dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut zusammengetan. Das Ergebnis der eineinhalbjährigen Arbeit: «Man kann in den Bildraum hineintreten und sich so mit dem Mönch am Meer treffen.»

Im Gemälde hat sich der kleine Mönch leicht von den Betrachtern abgewandt. Hier, hinter der Maske der virtuellen Version, ist die rätselhafte Figur schemenhaft, aber lebensgross zu entdecken. Selbst ein blasses Gesicht zeichnet sich ab. Eine Möwe, auch sie aus Friedrichs Bild entlehnt, dient als Cursor und folgt dem Blick des Betrachters über Strand und Meer. Neben einer Soundcollage sind Briefstellen von Caspar David Friedrich zu hören, die die Sicht des Künstlers auf sein Werk und den Arbeitsprozess wiedergeben.

Auf dem Wasser sind plötzlich Schiffe zu entdecken. Die in die VR-Variante eingebauten Skizzen entstammen einer früheren Version von Friedrichs «Mönch am Meer». Sie wurden bei der aufwendigen Restaurierung des Bildes vor einigen Jahren entdeckt.

Nun zieht der Möwencursor Pinselstriche hinter sich her. Über der frühen Version verschwinden so mit jedem Schwung die Schiffsskizzen. Die heute bekannte Fassung nimmt ihre Form an.

Nach knapp sechs Minuten ist die Reise beendet, die jeweils vier Besucher parallel unternehmen können.

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