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Statue zu Fukushima-Desaster sorgt in Japan für Spott

Ein Versuch der künstlerischen Aufarbeitung des Atom-Desasters sorgt in Fukushima für Spott und Unverständnis. Seit kurzem grüsst die mehr als sechs Meter hohe Statue eines Kindes im Strahlenschutzanzug die Besucher am Bahnhof der japanischen Stadt.
Kommt nicht gut an: Die Statue «Sun Child» von Künstler Kenji Yanobe soll in Fukushima für neue Hoffnung stehen. (Bild: KEYSTONE/EPA JIJI PRESS)

Kommt nicht gut an: Die Statue «Sun Child» von Künstler Kenji Yanobe soll in Fukushima für neue Hoffnung stehen. (Bild: KEYSTONE/EPA JIJI PRESS)

(sda/afp)

Der Künstler Kenji Yanobe gab seinem Werk den Titel «Sonnenkind» und will es als Symbol der Hoffnung verstanden wissen. Viele Bürger finden es aber geschmacklos und machten im Internet ihrem Unmut Luft.

Ein Nutzer bezeichnete die Figur im Comic-Stil als «wirklich gruselig». Ein anderer ärgerte sich, dass die Statue nichts an Fukushimas «schrecklichem Ruf» ändere und die Bemühungen zur Überwindung der Strahlenfolgen verhöhne.

Auch wissenschaftliche Einwände gab es: Das «Sonnenkind» trägt einen Zähler, der die Zahl «000» anzeigt - offenbar um zu verdeutlichen, dass es keine radioaktive Strahlung mehr gebe. Wegen der natürlichen Strahlung der Erde ist ein solcher Zählerstand aber nicht möglich.

Die Kritik veranlasste Künstler Yanobe zu einer schriftlichen Entschuldigung. «Meine Absicht war es, eine glänzende Hoffnung für die Zukunft zu zeigen», schrieb er. Aus diesem Grund habe das «Sonnenkind» seinen Strahlenhelm abgesetzt, trage ihn in der Hand und richte den Blick gen Himmel.

Fukushimas Bürgermeister Hiroshi Kohata erklärte, er nehme die Kritik an, wolle aber dennoch an der Statue festhalten. Für ihn verkörpere das Werk «Stärke im Angesicht von Widrigkeiten», behauptete er. Er betonte, dass es auch positive Reaktionen von Kunstliebhabern gebe.

Im Atomkraftwerk Fukushima kam es im März 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami im März 2011 zur Kernschmelze. Radioaktivität trat aus und verseuchte weite Gebiete. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.

In den meisten Gebieten der Katastrophenregion ist die Strahlung inzwischen wieder auf einem normalen Stand. Ein Sperrgebiet um den Unglücksreaktor darf aber weiterhin nicht betreten werden.

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