Oscar-Akademie räumt nach «Selma-"Vorwürfen gewisse Fehler ein

Die Film-Akademie in Los Angeles, die alljährlich die Oscars verleiht, hat nach Vorwürfen von «Selma»-Star David Oyelowo und Regisseurin Ava DuVernay gewisse Fehler eingeräumt. «Ava & David, wir verstehen euch. Nicht akzeptabel. Wir bemühen uns um Fortschritt.»

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Die Oscars-Preisverleiher wollen künftig bei der Filmauswahl auf eine grössere Vielfalt achten und auch gesellschaftskritische Werke mit Preisen berücksichtigen.

Die Oscars-Preisverleiher wollen künftig bei der Filmauswahl auf eine grössere Vielfalt achten und auch gesellschaftskritische Werke mit Preisen berücksichtigen.

KEYSTONE/AP/Chris Pizzello
(sda/dpa)

Dies erklärte der Filmverband am Freitag auf Twitter. Die über 9000 Mitglieder starke Academy reagierte damit auf Vorwürfe von Oyelowo, dass bei der Oscar-Abstimmung im Jahr 2015 einige Wähler «Selma» eine Abfuhr erteilten, nachdem die schwarzen Filmemacher zuvor offen gegen Polizeibrutalität protestiert hätten.

Oyelowo, der 2015 in «Selma» den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King spielte, hatte im Interview mit «Screen International» berichtet, dass er und Kollegen damals bei der Filmpremiere in New York T-Shirts mit der Aufschrift «I can't breathe» trugen. Sie wollten damit demonstrativ gegen die Tötung des Afroamerikaners Eric Garner bei einer Polizeikontrolle in New York protestieren. Oyelowo zufolge hätten sich einige Academy-Mitglieder bei den Filmproduzenten über die Aktion beschwert und verärgert erklärt, sie würde bei den Oscars nicht für «Selma» stimmen. «Wahre Geschichte», pflichtete Regisseurin DuVernay ihrem Hauptdarsteller auf Twitter bei.

Grössere Vielfalt versprochen

Die von Kritikern gepriesene Filmbiografie holte 2015 lediglich zwei Oscar-Nominierungen in den Sparten «Bester Film» und für den Song «Glory», die Regisseurin und der britische Hauptdarsteller gingen dagegen leer aus. Unter dem Hashtag #OscarsSoWhite war die Oscar-Akademie später unter Beschuss geraten, weil Afroamerikaner bei den Nominierungen weitgehend übersehen worden waren. Der Filmverband versprach in den vergangenen Jahren grössere Vielfalt durch die Aufnahme von mehr Minderheiten in die überwiegend weisse Gruppe.

Garners Tod im Juli 2014 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und seine letzten Worte - «I can't breathe» ("ich kann nicht atmen») - waren zu einer Parole der Bewegung «Black Lives Matter» ("Schwarze Leben zählen») geworden. Auch der 46-jährige George Floyd sprach vergangene Woche bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis diese Worte aus. Er starb, nachdem ein weisser Polizeibeamter sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Mannes gedrückt hatte.