Country-Star Kacey Musgraves holt Grammy für «Album des Jahres»

Die US-Country-Musikerin Kacey Musgraves hat bei der diesjährigen Grammy-Verleihung den Königspreis für das beste Album gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr Werk «Golden Hour», das bei der Gala in Los Angeles zuvor in der Kategorie bestes Country-Album triumphiert hatte.

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Gewann den Grammy-Musikpreis für das «Album des Jahres»: die US-Country-Sängerin Kacey Musgraves mit ihrem Album «Golden Hour». (Bild: KEYSTONE/AP Invision/MATT SAYLES)

Gewann den Grammy-Musikpreis für das «Album des Jahres»: die US-Country-Sängerin Kacey Musgraves mit ihrem Album «Golden Hour». (Bild: KEYSTONE/AP Invision/MATT SAYLES)

(sda/afp/dpa/ap)

In ihrer Rede dankte Musgraves ihrem Mann, der dabei geholfen habe, das Album möglich zu machen. Sie würdigte zudem die ebenfalls nominierten Künstler. «Zu gewinnen macht mein Album nicht besser als jenes von irgendeinem anderen.»

Musgraves überschreitet in ihrem von der Kritik gepriesenen Album die Grenzen des Country-Genres und verbindet es mit Elementen der psychedelischen Musik. Sie gewann insgesamt vier Grammys. Ausgezeichnet wurde sie auch in der Country-Sparte für die beste Solo-Darbietung, den besten Song und das beste Album.

Countrysängerin Kacey Musgraves mit ihren vier Grammys, darunter auch die wichtigste Auszeichnung Album des Jahres («Golden Hour»). Die drei weiteren Grammys erhielt Musgraves für das beste Country-Album («Golden Hour»), den besten Coutry-Song («Space Cowboy») und die beste Country-Solodarbietung (Butterflys»).    (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
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Lady Gaga hält die Grammys für die beste Solodarbietung («Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)»), die beste Darbietung eines Duetts mit Bradley Cooper und als Komponistin für «Shallow» aus dem Musikfilm «A Star is Born» in den Händen. (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
H.E.R. zeigt ihre Grammys für das beste R&B-Album («H.E.R.») und die beste R&B-Darbietung («Best Part»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Brandi Carlile mit den Grammys für das beste Americana-Album («By The Way, I Forgive You»), die beste Roots-Darbietung («The Joke») und das beste American-Roots-Lied («The Joke»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Anderson .Paak und sein Sohn Soul Rasheed posieren mit dem Grammy für die beste Rap-Darbietung («Bubblin»). (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Fantastic Negrito mit dem Grammy für das beste Contemporary-Blues-Album. (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Lauren Daigle mit den Grammys für die beste Darbietung und das beste Album  christlicher Contemporary-Musik. (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Dua Lipa mit den Grammys für die beste neue Künstlerin und die beste Dance-Aufnahme («Electricity»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Ludwig Goransson, Gewinner der Grammys für den Song des Jahres («This is America») den besten komponierten Soundtrack für visuelle Medien («Black Panther»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Shaggy mit dem Grammy für das beste Reggae-Album («44/876»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Joelle James posiert mit dem Grammy für den besten R&B-Song («Boo'd Up»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Ella Mai wurde für den besten R&B-Song («Boo'd Up») ausgezeichnet. (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Jay Rock mit dem Grammy für die beste Rap-Darbietung («King's Dead»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
John Daversa freut sich über die Grammys für das beste improvisierte Jazz-Solo («Don't Fence Me In»), das beste Album eines grossen Jazz-Ensembles («American Dreamers: Voices of Hope, Music of Freedom»). und das beste Arrangement, instrumental or a cappella («Stars and Stripes Forever«). Leon Bridges mit dem Grammy für die beste traditionelle R&B-Darbietung («Bet Ain't Worth The Hand»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Leon Bridges mit dem Grammy für die beste traditionelle R&B-Darbietung («Bet Ain't Worth The Hand»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Claudia Brant posiert mit dem Grammy für das beste Ltin-Pop-Album («Sincera»). (Bild: Chris Pizzello/Invision/AP (Los Angeles, 10. Februar 2019))
Weird Al Yankovic mit dem Grammy für bestes Paket als Box oder limitierte Sonderausgabe. (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))

Countrysängerin Kacey Musgraves mit ihren vier Grammys, darunter auch die wichtigste Auszeichnung Album des Jahres («Golden Hour»). Die drei weiteren Grammys erhielt Musgraves für das beste Country-Album («Golden Hour»), den besten Coutry-Song («Space Cowboy») und die beste Country-Solodarbietung (Butterflys»).    (Bild: John G. Mabanglo (Los Angeles, 10. Februar 2019))

Rapper Childish holt wichtigen Preis

Ein weiterer grosser Gewinner des Abends war der Rapper Childish Gambino - das Musik-Pseudonym des Schauspielers Donald Glover. Auch er holte vier Preise. Für seinen mit Sozialkritik aufgeladenen Song «This Is America» gewann er die ebenfalls besonders prestigeträchtigen Grammys für den besten Song und die beste Aufnahme des Jahres.

Vor allem das dazugehörige Musikvideo, das voller Metaphern rund um Rassismus und Waffengewalt in den USA steckt, hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Childish Gambino rappt über die Widersprüche eines Lebens als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten und tanzt im Video mit nacktem Oberkörper, während um ihn herum Gewalt und Chaos ausbrechen.

Die Menschen könnten sich unabhängig von ihrer Herkunft mit «This Is America» identifizieren, sagte Göransson über den Song. «Er prangert Ungerechtigkeit an, feiert das Leben und vereinigt uns gleichzeitig.» Glover erschien nicht zu der Verleihung. Auch Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala fern.

Von Frauen beherrscht

Mit dem Song-Preis wird der Komponist geehrt, mit dem Aufnahme-Preis der Künstler sowie die Produzenten und Tontechniker. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Grammys, dass diese beiden Preise für einen Rap-Song verliehen werden.

Der von Sängerin Alicia Keys moderierte Abend wurde über dreieinhalb Stunden klar von Frauen beherrscht. Unter anderem waren Auftritte von Lady Gaga, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. zu sehen. Besonders gefeiert wurden Soul-Sängerin Diana Ross und Country-Musikerin Dolly Parton.

Als Überraschungsgast im Staples Center trat die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, auf. Die Frau von Ex-Präsident Barack Obama erschien am Sonntag im graugrünen Glitzerkleid auf der Bühne zusammen mit den Sängerinnen Lady Gaga, Jada Pinkett Smith und Jennifer Lopez sowie Alicia Keys.

«Ob wir Country, Rap oder Rock mögen: Musik hilft uns dabei, uns selbst, unsere Würde und unser Leid, unsere Hoffnungen und Freude zu teilen», sagte die 55-Jährige. «Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen.»

Obama hatte während der Amtszeit ihres Mannes von 2009 bis 2017 im Weissen Haus gelebt und während dieser Zeit unter anderem für gesunde Ernährung geworben.

«Haben uns gesteigert»

Auch viele wichtige Preise gingen an Frauen: Neben der Trophäe für das beste Album des Jahres wurde Rapperin Cardi B zur ersten Frau, die als Solo-Künstlerin den Grammy für das beste Rap-Album gewann. Als beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa ("New Rules») ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass dieses Jahr viele grossartige Künstlerinnen für Preise in den insgesamt 84 Kategorien nominiert worden seien.

«Offenbar haben wir uns richtig gesteigert», sagte Dua Lipa. Ihr Kommentar war ein Seitenhieb auf Neil Portnow, scheidender Präsident der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich «steigern», wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten. Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Massnahmen an, um «eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile» gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen.

Die meisten Preise waren schon vor Beginn der grossen Show in einer kleineren Zeremonie ohne Fernsehübertragung verliehen worden. So erhielt Superstar Lady Gaga bereits vorab zwei Preise. Ausgezeichnet wurde sie für den besten Solo-Auftritt in der Popsparte für ihren Song «Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)» und als Komponistin für die Ballade «Shallow» aus dem Film «A Star Is Born».

Ex-Präsident Carter bekommt dritten Grammy

Ariana Grande heimste einen Grammy für das beste Pop-Gesangsalbum für «Sweetener» ein. Der Rapper Childish Gambio wurde ebenfalls für das Video zu seinem Song «This Is America» geehrt. In dem Clip prangert er Schusswaffengewalt und Rassismus in den USA an. Der experimentierfreudige und die Genregrenzen überschreitende Sänger, Instrumentalist und Komponist Beck gewann mit «Colors» den Preis für das beste Album in der Kategorie «Alternative Music».

Dreimaliger Grammy-Preisträger ist nun Ex-US-Präsident Jimmy Carter. Bei der Verleihung gibt es auch eine Sparte für das beste Album mit gesprochenem Wort, in der sich Carter mit seiner Produktion «Faith - A Journey for All» durchsetzte. 2016 hatte er in der gleichen Kategorie bei den Grammys mit «A Full Life: Reflections at Ninenty» reüssiert, im Jahr darauf mit dem Audiobuch «Our Endangered Values: America's Moral Crisis.»

Die Grammy-Kategorie umfasst neben Audiobüchern auch gesprochene Gedichte und Geschichten. Der 94-jährige Carter nahm nicht an der Zeremonie vor der Hauptshow teil.