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Auftakt im Berufungsprozess zu Vergewaltigungsskandal

Am Montag begann in Stockholm der Berufungsprozess, in dem der Franzose Jean-Claude Arnault die Aufhebung seiner Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Vergewaltigung fordert. Hintergrund ist der Vergewaltigungsskandal im Umfeld der Schwedischen Akademie.
Der Franzose Jean-Claude-Arnault verlangt im Berufungsprozess die Aufhebung seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung. (Bild: KEYSTONE/AP TT News Agency/FREDRIK SANDBERG)

Der Franzose Jean-Claude-Arnault verlangt im Berufungsprozess die Aufhebung seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung. (Bild: KEYSTONE/AP TT News Agency/FREDRIK SANDBERG)

(sda/afp)

Der 72-Jährige wurde in Handschellen von Polizeibeamten in den Gerichtssaal geführt. «Jean-Claude Arnault erklärt sich für unschuldig und hofft daher auf seinen Freispruch», sagte Verteidiger Björn Hurtig zum Prozessauftakt.

Arnault war Anfang Oktober wegen einer Vergewaltigung im Oktober 2011 verurteilt worden und sitzt seitdem im Gefängnis. Den Vorwurf, dass der Franzose die Frau im Dezember 2011 erneut vergewaltigt habe, sah das Gericht nicht als erwiesen an.

Arnault beteuert, der Sex mit der Frau sei einvernehmlich gewesen. Der Franzose ist mit der Dichterin Katrina Frostenson verheiratet, einem langjährigen Mitglied der Schwedischen Akademie, welche den Nobelpreis für Literatur vergibt.

Weil wegen des Skandals einige Akademie-Mitglieder ihre Mitarbeit aufkündigten, war dieses Jahr die Vergabe der renommierten Auszeichnung ausgefallen. Nächstes Jahr will die Akademie den Literatur-Nobelpreis zum Ausgleich zweimal vergeben.

Die Staatsanwaltschaft und die zivile Klägerin fordern in dem Berufungsprozess, Arnault auch wegen des zweiten Vergewaltigungsvorwurfs zu verurteilen und seine Haftstrafe entsprechend zu verlängern.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Verteidigung will in dem Prozess Arnaults Frau Frostenson befragen. Das Berufungsverfahren wird allerdings wie der erste Prozess nicht öffentlich sein, wie das Gericht am Montag kurz nach Sitzungsbeginn entschied.

Arnault, der Ende der 60er Jahre für ein Fotografie-Studium nach Schweden gekommen war, war im November vergangenen Jahres im Zuge der #MeToo-Debatte von 18 Frauen wegen sexueller Übergriffe beschuldigt worden. Nach Recherchen der Zeitung «Dagens Nyheter» soll er über Jahre hinweg weibliche Mitglieder der Akademie, Mitarbeiterinnen sowie Frauen und Töchter von Akademiemitgliedern sexuell belästigt oder missbraucht haben.

Die mit der Ermittlung befassten Staatsanwälte stellten einige Verfahren gegen Arnault aus Mangel an Beweisen oder wegen Verjährung ein.

Eine interne Untersuchung der Schwedischen Akademie brachte überdies ans Licht, dass Arnault in den vergangenen Jahren mehrfach vorab die Namen der nächsten Nobelpreisträger an Freunde verraten hatte. Sich selbst bezeichnete der Franzose gern als «19. Mitglied» der Akademie.

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