WHO: Vier Ebola-Helfer im Ost-Kongo verletzt und getötet

Bei zwei Angriffen im Ost-Kongo sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge vier Personen getötet worden. Dabei handle es sich ein Mitglied eines Impfteams, zwei Fahrer und einen Polizisten, teilte die WHO am Donnerstag mit.

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Ein Ebola-Zentraum in Mangina, Nord Kivu in der Demokratischen Republik Kongo.

Ein Ebola-Zentraum in Mangina, Nord Kivu in der Demokratischen Republik Kongo.

Keystone/EPA/HUGH KINSELLA CUNNINGHAM
(sda/dpa)

Unter den Todesopfern seien keine Mitarbeiter der WHO. Es seien auch fünf Menschen verletzt worden, darunter ein WHO-Mitarbeiter und mehrere Mitarbeiter des kongolesischen Gesundheitsministeriums. In der Nacht wurden demnach ein Wohnlager von Ebola-Helfern in Biakato Mines und ein Büro von Helfern in Mangina angegriffen. Wer dahinter steckte, war zunächst unklar.

Die Zahl der Ebola-Fälle sei in letzter Zeit zurückgegangen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Durch diese Angriffe werde die Epidemie aber wieder erstarken «und als Folge werden mehr Menschen sterben». Der «Kreislauf der Gewalt» müsse enden, forderte er.

Der Ost-Kongo ist seit Jahren instabil. Etliche Milizen sind in der Region aktiv, die immer wieder Zivilisten und auch Ebola-Helfer angreifen. Jüngst haben Bürger in Beni und anderen Städten teilweise gewalttätig gegen die andauernde Unsicherheit protestiert, dabei wurde auch ein Uno-Stützpunkt angegriffen.

Seit mehr als einem Jahr wütet eine Ebola-Epidemie in der Region, die vor allen wegen dieser Unsicherheit schwer in den Griff zu bekommen ist. Bislang haben sich nach Angaben der kongolesischen Behörden mehr als 3300 Menschen infiziert und fast 2200 Menschen sind gestorben. Die WHO hat nach eigenen Angaben 800 Mitarbeiter im Land, die die Regierung im Kampf gegen den Ausbruch unterstützen.